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Als nun die Stadt auf dem Meere wiedererstand und die ganzeprächtige Residenz, wachte auch die Königin auf und der König wundertesich sehr, was das für ein Mensch sein könnte, der es vermochte herzu-kommen. Schließlich begrüßten sie den Sohn des Hirten mit großer Freudeund bald vernahm man fürchterliches Kanonenschießen. Er sah, wieein Heer mit großer Parade und Musik herbeizog und hörte, wie alle demneuen König Glückwünsche zuschrien. Als er König geworden war underfahren hatte, daß der Fürst, sein leiblicher Vater, und der Zaubererunter seine Herrschaft gehörten, ließ er sie beide mit großer Begleitungholen. Beide mußten mit ihren Frauen zu ihm kommen. Da erst begannenneue Freuden und große Triumphe. Sein Vater, der Fürst, wurde seinerster Minister und der Zauberer sein zweiter. Von der Zeit an ließ ervon seinen Schwarzkünsten ab. Und sie lebten alle zusammen in Gehor-sam und Frieden bis zum Tode.
Die Feigen¹).
Ein Vater hatte drei Söhne. Die waren schon erwachsen und siefuhren in der Welt umher, um zu erfahren, ob es etwas zu hören gibt.Einmal hörten sie von einer Königstochter, welche krank war. Der König,ihr Vater, sprach: ,, Findet sich jemand, der ihr Feigen bringt, so wirdsie gesund." Die drei Brüder kamen zu ihrem Vater und erzählten ihmvon der kranken Königstochter. Der Vater gab dem ältesten Sohn, dener am meisten liebte, Geld für die Reise, ließ ihn ein Pferd besteigen undzu der Königstochter reiten. Er sollte ihr Feigen kaufen. Der Sohn tat,wie ihm der Vater geheißen. Er ritt davon, kaufte in der Stadt Feigenund fuhr wieder weiter. In der Nähe des Königspalastes saß ein Bettlerund bat ihn um Almosen. Der älteste Sohn aber sprach zu dem Bettler:,, Ich besitze kein Geld und habe wenig Brot, was sollte ich selbst essen?"Mit diesen Worten ritt er weiter.
Er gelangte zu der Königstochter und übergab ihr die Feigen. Sieaß sie auf, blieb aber krank wie zuvor. Der älteste Sohn kehrte nachHause zurück. Da fragt ihn der Vater: ,, Hast du sie gesund gemacht?",, Ach was," antwortet er ,,, sie hat die Feigen gegessen, ist aber krankgeblieben wie zuvor; meine Reise war umsonst."
Da bat der mittlere Sohn seinen Vater, er sollte ihn reiten lassen,vielleicht könne er die Königstochter heilen. Der Vater sagt: ,, DeinBruder hat sie nicht geheilt und du willst sie heilen?" ,, Vater, vielleichtheile ich sie doch; gebt mir Geld für die Feigen und Brot mit Speck aufdie Reise, denn mit nichts kann ich die lange Reise nicht unternehmen."Der Vater gab ihm Geld für die Feigen, Brot und Speck für den Wegund ließ ihn reiten.
1) Das Märchen stammt aus Przebieczany, einem Dorf im Kreise Wieliczka, undist erzählt in ,, Materyaly antropol.- archeol. i etnogr.", Bd. I, 1896, S. 62.