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Die drei Söhne und ihre Mutter¹).
Es lebten einmal drei Söhne mit ihrer Mutter. Sie machten sich alleauf und gingen in die Welt. Auf dem Wege gelangten sie in einen Wald.Die Nacht überfiel sie in dem Walde. Sie machten sich eine Bude undlegten sich schlafen. Einer von den Söhnen hielt Wache. Er wachteeine Stunde, rief dann den zweiten, auch dieser wachte eine Stunde undrief den dritten. Der steht und späht aus. Da kam was gelaufen, er schoẞund es war verschwunden. Er sucht nach, findet aber nichts. Da machteer sich auf und ging weiter, die Mutter und die Brüder dem Schutze Gottesanvertrauend. Er geht und geht, schaut und erblickt ein Licht in einerHütte. Er kommt bis ans Fenster und hört einen Knaben weinen. DerVater fragt den Knaben: ,, Mein Sohn, was willst du? Hast du Hunger?Die Flinte hängt an der Wand; willst du essen, so gibt sie dir Speisen.Willst du dir was schießen, dann öffne nur das Fenster und du wirst wastreffen." Als das der eine von den drei Brüdern hörte, ging er in die Hüttehinein und bat um ein Nachtlager. Der Hausherr hatte nichts dagegen.Er legte sich auf die Bank, über der die Flinte hing. Bald schlief derHauswirt ein. Er nahm leise die Flinte von der Wand herunter, hängteseine eigene Flinte an die Wand und ging leise, Schritt für Schritt, hinaus.,, Jetzt fürchte ich mich nicht mehr, da ich draußen bin." Er ging weiterund spähte. Da sah er viele Räuber an einem Feuer sitzen; ein alterRäuber nahm sich etwas Feuer in die Pfeife und ging auf die andere Seite.,, Schieße ich auf ihn und schlage ihm das Feuer aus der Hand, ohne ihnzu verletzen, so ist es wahr." Er schoß, das Feuer fiel dem Räuber ausder Hand, ohne daß dieser verletzt wurde. Der Räuber fuhr auf undsagte, daß jemand im Hinterhalt liege. Die Räuber sprangen auseinander,um den Wald zu durchsuchen. Da sie aber nichts fanden, begannen siedie Bäume zu schütteln. Alle Bäume schüttelten sie ab, nur eine sehrdicke Eiche war noch übrig. Alle kamen unter die Eiche und einer vonihnen sagte, daß sie diese Eiche noch nicht geschüttelt hätten. Alle griffenzu und begannen zu schütteln. Sie schüttelten, daß nicht nur die Blätter,sondern sogar die Äste herunterfielen. Der Sohn kann sich nicht länger.halten, er fällt und ruft: ,, Fangt mich auf!" Einer von den Räubernhielt die Arme hin und er fiel ihm in die Arme. Die Räuber berieten sich,welchen Tod er sterben solle. ,, Ich wollte euch nicht heimtückisch über-fallen; ich besitze nur eine Flinte, von der ich wissen wollte, wie sie wirkt;was ich will, das trifft sie. Und ich schoẞ, schoß dir das Feuer aus derHand und traf dich nicht." ,, Wartet," sagte einer von den Räubern,,, ich nehme einen Gulden zwischen die Finger; wenn du mir ihn heraus-schießt und mich dabei nicht triffst, so schenken wir dir das Leben."Er schoß, der Gulden fiel zur Erde, der Räuber blieb aber unverletzt.,, Wahr ist's, wahr ist's. Wir glauben dir schon; jetzt wirst du mit unsleben. Wir haben einen Kaiser, den wollen wir berauben. Aber auf einem
1) Das Märchen stammt aus Jaćmierz, einem Städtchen im Kreise Sanok, und isterzählt von Leon Magierowski im ,, Lud", Bd. V, 1899, S. 174.