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Pferd ein wenig gestärkt, als der Kater schon mit der Sense herbeigeeiltkam. Sofort bekommt er seine Menschengestalt wieder, besteigt seinenguten Renner, reitet im vollen Galopp zurück und ist in kurzer Zeit zuHause. Er bringt die Sense rum König und erweist damit seine Unschuld.Aber den Zorn der Brüder besänftigt er dadurch nicht. Da sie ihm wegendes Mordes richts mehr anhaben können, erfindet ihr Unwille und ihrNeid andere Vorwürfe gegen den Bruder. Sie erzählen dem König, daßsich ihr Bruder gerühmt habe, es sei eine Kleinigkeit für ihn die Sensezu erlangen, er könnte aber von der Zauberin zwei Täubchen von wunder-barer Schönheit bekommen. Der König hatte nun gerade solche Taubennötig. Er ruft deshalb das ,, Böckchen" zu sich und befiehlt ihm unterAndrohung der Todesstrafe, ihm das Taubenpaar zu verschaffen. Um-sonst beteuert das ,, Böckchen", daß er so etwas nie gesagt habe und ernicht einmal wisse, ob die Zauberin Tauben besitzt. Doch alles ist ver-geblich: Tod! oder die Tauben!
Weinend schreitet er wiederum zu seinem Pferde. Als dieses denGrund seiner Tränen vernimmt, beruhigt es ihn, läßt sich satteln undträgt ihn sofort zu der Hütte der Zauberin. In der Nähe ihres Wohnsitzesbleibt es stehen, verwandelt das ,, Böckchen" in einen Habicht und spricht:,, In diesem Augenblick sitzt die Zauberin mit ihren Tauben am Brunnen.Sie ist gegen das Tor gewendet. Fliege einmal im Kreise um das Haus,wirf dich dann plötzlich vom Dache auf die Tauben, die in Paaren sitzen,ergreif sie mit den Krallen an den Flügeln und eile zu mir." Das Böckchenführt Wort für Wort aus. Er ergreift die Tauben und trägt sie ungeachtetdes herzzerreißenden Schreies der Zauberin zu seinem Pferde. Dortangekommen, sieht er sich wieder in Menschengstalt, springt auf sein Roẞund sprengt davon.
Nach seiner Rückkehr trägt er die Tauben zum König. Erfreut überdie schönen Täubchen, dankt der Monarch herzlich dem Böckchen undbeschenkt ihn mit Geld. Das Böckchen ist glücklich über das Geschenk.Seine Not hat ein Ende! Springend kehrt er nach Hause zurück, streicheltsein gutes Pferd, gibt ihm Futter, stärkt sich selber und geht schlafen.Unterdessen betrachtet der König die Tauben, streichelt und unterhältsie, denn sie sehnen sich nach dem elterlichen Dach. Da spricht eineTaube zu ihm: ,, Erlauchter Herr! Was hast du davon, daß du uns zweiTauben besitzt, die wir verunreinigt sind durch den Rauch des dörfischenDaches; nicht für Könige ist unser Geschlecht geschaffen, sondern fürarbeitsame Bauern; mit ihnen verbindet uns Freundschaft und Not-wendigkeit. Sie erblicken in uns ihr Glück, bei ihnen sind wir glücklich,denn wir sind satt und unbesorgt! Doch es gibt einen Vogel, o ein Vogel,großer König, würdig deiner und deines Palastes, ein Paradiesvogel, derschönste auf der Welt! Er läßt seine lieblichen Lieder unter dem Himmelerschallen, lebt in einem goldenen Käfig mit Diamanten besetzt, dermitten am himmlischen Gewölbe hängt. Oftmals habe ich ihn wenigstensvon weitem gesehen und seine ergreifenden Gesänge vernommen, wennich bis über die Wolken geflogen bin."