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Josefek¹, 2).
Eine Mutter hatte einen Sohn. Sieben Jahre lang nährte sie ihn anihrer Mutterbrust³). Eines Tages sagte der Sohn zur Mutter: ,, Mutter,man muß auch die Welt etwas versuchen." ,, Junge, warum willst du sogern in die Welt gehen?" fragte ihn die Mutter. ,, Ich möchte gern in derWelt umherwandern," antwortete der Sohn. Er liebte es sehr, mit derFlinte umherzugehen. Sie machten sich nun auf und gingen in die Welt.Bald kamen sie in einen sehr großen Wald, in dem sie von der Nacht über-rascht wurden. ,, Sohn, was werden wir nun machen?" fragte die Mutter.,, Ich klettere auf einen hohen Baum und sehe, ob nicht irgendwo ein Lichtbrennt," antwortete er. In der Ferne sah er ein Licht und sagte: ,, Mutter,gehen wir weiter, dort brennt ein Licht." Sie kamen zu einem kleinenHäuschen. Dort wohnte ein Mann; der war Räuber. Sie baten ihn umein Nachtlager. Er erlaubte ihnen, bei ihm zu übernachten und fügtenoch hinzu: ,, Wenn es euch gefällt, so könnt ihr noch länger bei mir bleiben."Gut," sagte die Mutter ,,, wir wollen einige Zeit hier verweilen." Und soblieben sie denn. Der Sohn konnte sehr gut schießen. Wenn sie nichts zuessen hatten, so nahm er seine Flinte, ging in den Wald, schoß einen Hasenund kehrte zurück. Eines Tages legte sich die Mutter ins Bett, als sieihren Sohn durch das Fenster zurückkommen sah. Er kam zu ihr undfragte: ,, Mutter, was fehlt dir, daß du so liegst?" ,, Mein Sohn, ich binsehr krank," entgegnete die Mutter. ,, Was wünschest du dir, Mutter?"fragte sie der Sohn. ,, Ich habe großes Verlangen nach Wildbret," ant-wortete sie. Und er begab sich mit seiner Flinte in den Wald. Kaum warder Sohn fortgegangen, als sich die Mutter mit dem Räuber beriet, wie sie
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1) Josefek ist Koseform zu Josef.
*) Das Märchen stammt aus Wisla, einem Dorf im Fürstentum Teschen und isterzählt in der Zeitschrift ,, Materyaly antropologiczno- archeologiczne i etnograficzne"Bd. IV, Teil II, S. 27.
*) Der Glaube, daß langes Saugen der Mutterbrust große Kräfte erzeugt, ist auchsonst in den polnischen Volksmärchen verbreitet. So nährt in einem Märchen ausGiebultów in Galizien eine Frau ihren Sohn 18 Jahre lang an ihrer Brust und er wirdso stark, daß er einen Gürtel von zehn Zentner Schwere und eine Krücke von ebenfallszehn Zentner Schwere trägt. Dann geht er in die Welt und verrichtet große Taten.S. Kolberg: Lud. Serya VIII, S. 76.
In einem anderen Märchen aus Posen nährt sich ein Sohn zunächst sieben Jahrevon seiner Mutter Brust und geht dann in die Welt. Er trifft sechs Männer mit sechsFuhren Eisen. Dieses Eisen nimmt er mit sich, läßt sich beim Schmied eine Krückedavon machen und wirft sie in die Luft. Sie fliegt bis fast zum Himmel und er hatZeit sich auszuschlafen, ehe die eiserne Krücke wieder zur Erde herunterfällt. BeimHerunterfallen hält er die Handfläche hin, um die eiserne Krücke aufzufangen. Dabeibiegt sich die Krücke in der Mitte und seine Hand erhält einen Ruck. Er ist noch nichtstark genug und saugt deshalb noch weitere sieben Jahre die Mutterbrust. Hieraufläßt er sich eine Krücke von zwölf Fuhren Eisen schmieden, wirft sie in die Luft, fängtsie auf und seine Hand rührt sich dabei nicht. S. Kolberg: Lud. Serya XIV, S. 94.Vgl. auch Kolberg: Lud. Serya III, S. 113 und Kopernicki: Gadki ludowe górali Bieski-dowych( Volksmärchen der Bergbewohner in den Beskiden) im ,, Zbiór wiadomoścido antropol. kraj." Bd. XV, S.( 9).