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wollte ihn anfangs nicht übernachten; der Bettler bat ihn aber sehr under willigte schließlich ein. Als es schon Nacht war und alle schliefen,nahm der Räuber einen großen Kessel vom Hofe, goẞ Pech hinein, legteFeuer, an und ließ den Kessel glühendrot werden. Dann zündete erMenschenadern an, damit niemand aufwachte und ging ins Haus hinauf.Er fand das Bett des Mädchens und wollte es aus dem Bett zerren. Dabegann sie zu schreien: ,, Mann, rette mich!" Aber niemand wachte auf.Zum Glück lief in demselben Augenblick eine Katze über die brennendenMenschenadern, die alle auslöschten. Jetzt erst vernahm der Herr dieHilferufe und wachte auf. Der Räuber trug bereits das Mädchen zu demKessel. Der Herr weckte alle auf und das Mädchen wurde gerettet. Sieergriffen den Räuber und warfen ihn in den Kessel. Nun lebten sie glück-lich im Frieden. Die Bergwerke und der Palast wurden ihr Eigentum¹).
Das verzauberte Schloß²).
Ein König hatte drei Töchter, so schön wie Lilien. Eines Tages fragtder König nach den Töchtern; man geht an ihr Gemach, das ist abergeschlossen, man geht ans Fenster, das ist voll von Rauch. Die Türenwerden schnell eingeschlagen, die Prinzessinnen sind aber nicht da. Mansucht sie im ganzen Reiche, nirgends sind sie zu finden. Man findet undfindet sie nicht. Ein Jahr und sechs Wochen waren seitdem verflossen.Der König ließ bekannt machen, daß, wer seine Töchter findet, eine vonihnen heiraten kann und den dritten Teil des Reiches bekommt.
Drei Soldaten machten sich zum König auf und sagten ihm, sie wolltendie Prinzessinnen suchen gehen. Gut, er gab ihnen Geld und sie gingen.Sie gehen und gehen und kommen in einen Wald. Es war ein riesigerWald, dunkel, denn die Nacht war schon angebrochen. Sie legten sichschlafen. Zwei schlafen, einer hält Wache. Von den drei Soldaten wareiner Offizier, einer Feldwebel und einer nur ein gewöhnlicher Soldat.Es regnete und wurde kalt. Als erster wachte der Offizier. Er wickeltesich ein, fror aber dennoch und legte sich bald wieder schlafen. Ebensoging es auch dem zweiten. Als der gemeine Soldat die Wache übernahm,wickelte er sich nicht ein, sondern ging herum und horchte. Er vernahmGlockengeläute und zwar einige Male. Am Morgen erzählte er das denbeiden anderen und sie gingen nach der Richtung, wo es geläutet hatte.Sie gehen, gehen und kommen in ein Schloß. Das Schloß war groß,prächtig, das Dach mit Goldblech beschlagen, die Wände aus Glas undalles rings herum sehr schön: Gärten gab es da, Äpfel und Gott weiß wasnoch.
1) Die Flucht in einem goldenen Krug kommt auch sonst vor. In einem Märchenaus Modlnica in Galizien flieht die Schwester eines königlichen Prinzen, der sie heiratenwill, in einem goldenen Krug, der auf dem Meere von einem jungen König gefundenwird. S. Kolberg: Serya VIII, S. 25.
2) Das Märchen stammt aus Dukli, einem Dorf im Kreise Krosno, und ist erzähltvon Br. Gustawicz im Lud, Bd. VI, 1900, S. 348.