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Polnische Volksmärchen
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tränkte es und legte ihr ein Ferkel ins Bett. Der Herr kommt zurückund sagt: ,, Mutter, was macht meine Frau?" Und sie antwortet: ,, Duwirst keine Freude an deiner Frau haben, denn anstatt eines Kindes ge-biert sie dir Tiere." Der Herr wurde sehr zornig und sprach: ,, Was sollich mit ihr tun?" Und die Mutter erwiderte: ,, Sie ist nichts anderes wert,als daß man sie aufs Feld führt und mit eisernen Eggen zerreißen läßt,da sie ja weder spricht noch Kinder gebiert, sondern nur Hunde undSchweine."

Der Herr ließ sofort vier Pferde an den Wagen spannen, ließ seineFrau reine Kleidung anziehen, sie aufs Feld fahren und zerreißen. Nachdemsie die vier Pferde angespannt und der Frau reine Kleider angezogenhatten, setzten sie sie in den Wagen und fuhren zum Tor. Sie fahrenin das Tor, siehe, da kommen sieben Herren ebenfalls an das Tor gefahren.Sie grüßen und rufen: ,, Sei gegrüßt, junger Schwager!" Bringen diezwei Kinder, welche seine Mutter ertränkt hatte, und sprechen: ,, Hierhast du, Schwager, die Engelchen, die deine Frau und unsere Schwestergebar. Die Frau hat sie geboren, deine Mutter aber hat sie ertränkt undan Stelle der Kinder Hunde und Schweine ins Bett gelegt." Sogleichnahm er an Stelle seiner Frau seine Mutter und ließ sie mit eisernen Eggenzerreißen.

Der goldene Krug¹).

Eine arme Frau hatte drei Töchter, die alle sehr hübsch waren. EinesTages kam zu der Mutter ein armer Bettler und bat sie, sie möchte eineihrer Töchter zu einem reichen Manne in Dienst geben. Dieser arme Mannwar aber ein Räuber, der sich nur als Bettler verkleidet hatte. Die Mutterentschuldigt sich und sagt, sie hätte selbst alle drei Töchter nötig. Dochder Räuber hört nicht auf, sie zu bitten und ihr darzustellen, wie schönes ihre Tochter dort haben werde. Sie kann sich schließlich seiner Bittennicht mehr erwehren und gibt ihm die älteste Tochter.

Der Räuber nahm das Mädchen und ging mit ihr fort. Sie gehen,gehen und sprechen kein Wort miteinander. Am dritten Tage fragt denRäuber das Mädchen: ,, Ist es denn noch weit?", Was geht das dichan, komm!"

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Am vierten Tage kamen sie zu einem schönen Palast, der aber wederFenster noch Türen hatte. Der Räuber drückte auf eine verborgene Feder,eine Tür sprang auf und sie traten in den Palast. Es befanden sich darinsieben Gemächer, eines schöner wie das andere. In den Kellern warenGold- und Silberbergwerke. Der Räuber übergab dem Mädchen dieSchlüssel von allen Gemächern und Kellern und sagte ihr, sie könnteüberall hineingehen, nur in das siebente Gemach nicht. Außerdem gab

1) Das Märchen stammt aus Krzeszowice, einem Dorf im Kreise Chrzanow inGalizien. S. Lud. VIII, S. 195.