und sprach: ,, Man soll die Königin mitsamt dem Bette herbringen!"Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, so öffnet sich die Tür, das Bettkommt herein und in ihm liegen der Fürst und die Königstochter. Ei,wie ergreift da der alte König das Kerbholz, wie beginnt er beide zu prügeln,daß sie vor Schmerz und vor Scham seufzten! Schließlich trat Jaś fürsie ein und nahm dem Könige den Stock weg. Doch was war zu tun?Jaś sah, daß die Königin nicht für ihn bestimmt war. Er wollte sie nichtzur Liebe zwingen, obwohl er das Recht dazu hatte. Ein solches Lebenmit der Königin wäre ja dem Tode gleich gewesen. Was tat er nun? Erstand auf und sprach folgendermaßen zu ihnen: ,, Ich könnte euch töten,verbrennen, vernichten, doch was hätte ich davon? Lebt ihr lieber imGlück, ich gehe in die Welt!" Weg war er und kehrte nie wieder zurück.Jaś begab sich mit der Krone zum Schlangenkönig und gab sie ihmzurück. Zugleich erzählte er ihm sein Unglück. Die Schlange sprach zuihm: ,, Ich sagte dir doch, daß du niemals auf der Welt wahres Glückfinden wirst. Gut und Ruhm wirst du besitzen, die Leute aber werdenes dir miẞgönnen, denn sie wissen nicht, daß der einfache Mann oft hundert-mal glücklicher ist als der mächtigste König."
Es lebte nun Jaś zusammen mit dem Hunde und dem Kater imPalaste des Schlangenkönigs bis an seines Lebens Ende¹).
Das Märchen vom Fisch²).
In einem Hause wohnten ein Mann und eine Frau. Sie hatten nichtszu essen und nährten sich nur von Fischfang. Einmal gingen sie auchFische fangen. Da fingen sie einen wunderschönen Fisch. Der sprachzu dem Manne: ,, Laß mich frei, so treibe ich dir soviel Fische zusammen,daß du kaum das Netz aus dem Wasser wirst herausziehen können."Er ließ den Fisch schwimmen. Dieser trieb ihm soviel Fische zu, daß ersie nur mit Mühe herausziehen konnte. Am nächsten Tage geht der Mannwieder zum Fischfang; wieder fing er denselben Fisch, wiederum sagteihm dieser: ,, Laß mich frei, so treibe ich dir soviel Fische zu wie gestern."Der Mann ließ den Fisch frei und fing wieder soviel Fische wie gestern.Er begab sich damit in die Stadt und verkaufte sie. Und am dritten Tagefing der Mann denselben Fisch; der sprach zu ihm: ,, Jetzt reiß mir den
1) Ein ähnliches Märchen berichtet Kolberg aus Kujawien. Ein Junge kauftaus Mitleid für 1%, Gulden, für die er Brot aus der Stadt für seine arme Mutter kaufensoll, zuerst ein Hündchen, dann eine Katze und zuletzt einen jungen Löwen. Die Muttervertreibt ihn. Auf dem Wege bittet ihn ein Löwe um den jungen Löwen und gibt demJungen einen Ring, der ihm alles schafft, was er will. Er kommt zu einem Palast undläßt sich einen noch schöneren bauen. Der Besitzer des Palastes ergreift ihn, nimmtihm den Ring und läßt den Jungen in einen Brunnen vermauern. Der Hund und dieKatze bringen ihm zu essen und auch den Ring. Vgl. Kolberg: Serya III, S. 143 ff.*) Das Märchen stammt aus Jaćmierz, einem Städtchen im Kreise Sanok, undist erzählt von Magierowski im ,, Lud" Bd. V, S. 170 ff.