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blind.- Die Not geriet in Wut, sie will sich auf den Schmied stürzen,dieser entkommt, läuft in die Werkstatt, die Not seufzt, wandelt zwischenden Widdern und sucht, aber der Schmied entwischt ihr immer. Jetztsetzt sie sich auf die Türschwelle, ruft die Widder zu sich, betastet jedenund läßt sie nacheinander hinaus. Der Schmied sieht das, ergreift schnellein Widderfell, das er liegen sieht, wirft es sich um und zieht seinen Leinen-kittel einem Widder an. Dann kriecht er auf allen vieren heran, blökt,die Not befühlt ihn und läßt ihn hinaus. Als Letzter kommt der Widderin dem Leinenkittel. Die Not betastet ihn¹): ,, Oho, das ist der Schmied!"schlägt ihn gegen die Erde, daß er sofort tot ist und der Schmiedlacht auf dem Hofe: ,, Cha! cha! cha!" Frau Not ist fast toll vor Wut,aber was soll sie tun? ,, Schmied!" ruft sie. ,, Nun?"- ,, Weißt duwas? ich kann dir nichts mehr anhaben. Aber es hängt ein goldenerSchlüssel im Walde, gehe diesen Weg, so findest du ihn; nimm dirihn, denn er wird dir nützen, weil du ein Schmied bist; gern gebe ichihn dir, denn du bist furchtlos!" Der Schmied geht und geht, schauthinauf und sieht den Schlüssel hängen. ,, Aha!" er klettert auf denBaum, will den Schlüssel nehmen, oho! die Hand wächst ihm an. Erblickt hinunter, Frau Not kommt gelaufen. Was soll er nun tun?Er hat ein starkes Messer bei sich, zieht es heraus und schneidet sich miteinem Hieb den Arm bis zum Ellenbogen ab. Die Not kommt herbei undnimmt den Schlüssel, an welchem der Arm hängt. ,, Siehst du nun,Schmied? Du suchtest die Not, jetzt hast du sie, denn ohne den Armkannst du dir nichts verdienen.' So fanden alle drei die Not.
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Von einem Grafen, der die Not nicht kannte²).
Es lebte einmal ein Graf; der wußte nicht, was Not ist. Wenn einArmer zu ihm kam oder ein Wanderer, so fragte er ihn, was es in derWelt zu hören gibt. Jeder antwortete ihm, man höre von nichts anderemals nur von Not.
Eines Tages spricht der Graf zu seinen Dienern: ,, Ich muß einmalin die Welt hinausgehen und sehen, wie eigentlich die Not aussieht."Wie gesagt, so getan. Er nahm sich einen Beutel mit Geld und ein Pferdmit und ritt in die Welt hinaus. Weit fuhr er in ein fremdes Land. Kaumbetrat er das erste Städtchen, so sah er einen Toten vor der Kirche inder Sonne liegen. Der Graf fragte die Leute, was das zu bedeuten habe,daß der Tote so daliegt und sich in der Sonne brät. Man antwortete ihm,es sei hier so Brauch. Wenn jemand stirbt und Schulden hinterläßt, so
1) Wem würde nicht die Ähnlichkeit dieses Märchens mit Homers Erzählungyon Polyphem und Odysseus auffallen?
2) Das Märchen stammt aus Krzeszowice, einem Dorf im Kreise Chrzanów inGalizien, und ist erzählt von Zaleski im ,, Lud", Bd. VIII, 1902, S. 191.