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Polnische Volksmärchen
Entstehung
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EINLEITUNG.

Seit Herder und den Zeiten der Romantik wurde man in Deutschlandauf die Fülle und Schönheit slawischer Volksdichtung aufmerksam. Eswaren die Volkslieder und Volksmärchen, für die man sich hauptsächlichinteressierte. Sie galten für die romantische Dichtkunst und ihre Ästhetikals eine Quelle, aus der die Poesie neues Leben schöpfte. Vorstellungenund Gefühle des Volkes, sein Glaube an geistige Wesen, das Phantastischeund Wunderbare, das sich in den Märchen widerspiegelt, sollte auch dieDichtkunst zu ihrem Inhalt und Gegenstand erwählen. Und in der Tatverlieh das frische, immer junge, wie aus dem Frühling der Völker her-wehende Leben der Lieder und Märchen der Poesie, die in der unnatür-lichen Klassizität zu erstarren drohte, eine früher kaum gekannte Kraftund Ursprünglichkeit.

Von England auf das Festland herüberkommend, fluteten die Wellender Romantik über Deutschland, wo sie noch stärker emporschlugen alsin England, nach dem slawischen Osten hinüber. In Rußland erwecktensie einen Puśkin, in Polen einen Mickiewicz, in Böhmen einen Kollar zuder größten Begeisterung und Schaffenskraft und erhoben sie zu dengrößten nationalen Dichtern. Sie bemächtigten sich als erste der Schätze,die in den Liedern und Märchen ihres Volkes verborgen lagen, und eineSchar anderer folgte ihnen nach.

Ganz besonders reiche Blüten trug die Romantik in Polen, weil siedort fester als in irgend einem anderen Lande in dem Geiste des eigenenVolkes wurzelte. Der größte Dichter, Mickiewicz, schöpfte von Anfangan aus dem Reichtum der Lieder und Märchen des polnischen Volkes undverwendete das Volkstümliche nicht nur in Balladen, sondern auch inseinen größeren Dichtungen. Nachdem er durch die Erschließung derVolkspoesie der polnischen Poesie den neuen Weg gebahnt hatte, erstandeine ganze Schar von Dichtern und Dichterlingen, welche die Volksliederund Märchen für ihre Dichtungen, namentlich waren es Balladen, aus-beuteten. Das gereichte zwar der polnischen Dichtkunst nicht immerzum besonderen Nutzen, wohl aber dem Studium des polnischen Volks-lebens. Denn durch die Poesie wurde die allgemeine Aufmerksamkeitauf die Wichtigkeit der Volkserforschung gelenkt.

Zwar begeisterte man sich schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts fürdie Überreste der alten, womöglich heidnischen Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischen Zeiten, für Sitten, Bräuche,Lieder, Märchen und Aberglauben, aber die Anregungen jener Männer