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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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BIBLIOTHEK DES VEREINES

FÜR ÖSTERREICHISCHE VOLKSKUNDE

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den Kühen stehenden Kälber und treibt sie von ihnen fort, indem manspricht: Zur Saftfülle dich! Zur Kraftfülle dich! Laßt schwellen, ihr Kühe,für die Götter, für Indra den Anteil!" Hier soll das Wachsen und Schwellender Milch in den Kühen bewirkt werden, genau so wie durch das Kälber-quieken in Westfalen und Mecklenburg 1. In beiden Fällen stimmt der klarausgesprochene Zweck des Brauches das Anschwellen der Milch in denKühen aufs deutlichste mit dem noch heute kräftig fortlebenden Volksglaubenzusammen, der in so mancherlei Form das Wachsen und Gedeihen, dieFruchtbarkeit mit dem wachsenden Monde in Zusammenhang bringt und vonihm abhängen läßt" 2. Aus dieser Hypothese erklären sich mancherlei anOstern und Johannis geknüpfte Vorstellungen und Bräuche( Osterhaseursprünglich Mondhase; neunzackiger Johanniskäse der Letten Mondfest-käse usw.), insbesondere die nächtlichen Feiern. Diese Argumente Schrödersund die oben angeführten mit der Verehrung des Neumonds zusammenhängendenWeihnachtsbräuche bestärken mich in der Vermutung, daß auch das viel-umstrittene heidnische Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnische Mittwinterfest ursprünglich ein Neumondfest war. Viel-leicht feierte man ganz besonders den ersten Neumond nach der Wintersonnen-wende, worauf das Zeugnis Balsamons schließen läßt. Aus einem ursprüng-lichen Mondfest würde auch der polabische Name trebe Opfer" für W. ver-ständlich, denn auch bei den Germanen war der Mondwechsel die gewöhnlicheOpferzeit.

Auf den Mondwechsel weist ferner der Name der römischen calendae, nachDöhring zu occulo, clam, cēlo 3. Auch bei den Griechen waren die ältestenFeste an die Hauptmondphasen geknüpft. Die Neu- und Vollmondstagewurden regelmäßig gefeiert, manche von ihnen gewannen durch das Zusammen-treffen mit bestimmten Zodiakbildern besondere Bedeutung; so der Neu-mond, der aus dem Sternbild des Stieres auftaucht( Europe auf dem Stier)*.Ein Mondfest als slaw.- heidnisches Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnisches Mittwinterfestwäre meiner Meinung nach auch geeignet einerseits das Hervortreten desTotenkults zu erklären nach indischer und auch antiker Anschauungist der Mond der Aufenthaltsort der Seelen, auch ist das Bild der Seleneauf vielen Sarkophagen dem die Seele entführenden Hermes zugeselltanderseits das Vorherrschen des Fruchtbarkeitsgedankens, dennder Mond gilt als Spender des Taus, des Regens und der Fruchtbarkeit.

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Aus alter Mondverehrung ließen sich meiner Meinung nach auchfolgende serb. W.- Bräuche deuten. Wir haben oben gehört( S. 3, 83, 84),daß sie in manchen Gegenden am 30. Nov., anderswo am 1. Jänner fürdie Bärin einen Kindbettkuchen" backen und aufs Dach legen.In der Ls. Omolj und auch in Bulgarien heißt der 30. Nov. Bären-tag". Vom Heiligen dieses Tages erzählt man, daß er auf einer Bärinreite. Wir wissen nun aus der griech. Mythologie 5, daß Artemis( alsMondgottheit) Beschützerin der Geburten war und daß ihr neben anderenTieren, wie Hirschen und der Ziege( vgl. die Tiervermummungen an denKalenden!) auch die Bärin heilig war, deren Tötung sie durch Pest strafte.In Brauron, Munichia, im Brauronion auf der Akropolis von Athen( wo-selbst eine Votivbärin gefunden wurde) und auf Lemnos bestand der ver-Die1 AR. 667.- ib. 668.- 3 Walde, E. W. s. v. calendae:...Ansetzung der Nonae auf den 5., bezw. 7. Tag erfolgte durch die Formel:Dies te quinque( septem) calo, Juno Covella(= Mondgöttin). 4 Gruppe, GM.5 Roscher, Myth. Lex. s. v. Mondgöttin; Pauly- Wissowa, R. Enc.

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I 1, 1434.