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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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der Glücks- und Lebensbaum des ganzen Hauses, mit seiner voll-ständigen Verbrennung würde das Glück des Hauses schwinden. Diese Auf-fassung der grünen Zweige und Bäume kann jünger sein, hier kommt es mirbloß darauf an zu zeigen, daß die Verbrennung des Badnjaksaus der bei den Römern bezeugten Verbrennung vongrünen Zweigen erwachsen sein kann. Das alte apotro-päische Motiv dieses Ritus wirkt vielfach noch heute nach: Um Velesverbrennen sie zugleich mit dem Badnjak Hörner', in Thessalien alteSchuhe, in Frankreich wird er mit Salz bestreut.

Noch ein Motiv scheint mir die Betrachtung der serbischen Bräuchezu ergeben: Der Schlag mit der Lebensrute, der dem ge-schlagenen Objekt die Grünkraft vermitteln soll, wird bei den Bienen zueinem Fächeln( S. 99). So kann auch das Fächeln des Feuers, sowie dasteilweise oder gänzliche Verbrennen von Blumen, grünen Zweigen und Bäumeneine Kraftzufuhr, eine Stärkung des Feuers bedeuten, wie sie ursprünglichdie Opfer zum Ziele haben. Vgl. die Spendeformel im Rigveda: Trinke, erstarkeusw." 2. Doch soll dieser Gedanke bloß als eine Vermutung genommen werden.

Schließlich sei noch noch auf einige gemeinsame Züge des Badnjaksund der altgriechischen Eiresione verwiesen 3, eines mit wollenen Bändernund Feldfrüchten behangenen Oelzweigs. Nach privatem Bauernbrauch wurdedieser Segenszweig vor der Tür des Hauses aufgepflanzt oder auf-gehängt und verblieb dort ein ganzes Jahr, um bei der Einbringung desneuen dem Feuer überantwortet zu werden. Bei der öffentlichen Feierwurde er von einem Knaben an der Spitze einer Prozession bis zum Apollo-tempel getragen und vor dessen Tür aufgehängt. Außer Kuchen undFeigen sehen wir Gefäße mit Flüssigkeiten, Honig, Oel und Wein anden Zweig gehängt, deren Inhalt man nach Beendigung des Umgangs überihn ausgoẞ. Charakteristisch für dieses Fest der Pyanépsien waren kreis-förmige Gebildbrote( duxóvia), die man auch an den Zweig hängte, und eineaus verschiedenen Getreidearten und Hülsenfrüchten zusammengekochteTopfspeise( vgl. varica), die von den Hausgenossen gemeinsam verzehrt wurde.Was lehrt uns die Terminologie?

Der verbreitetste Name badnjak gehört etymologisch nicht zu badanj,wie man früher meinte, sondern zu bыděti, wachen", idg.* bheudh,* bhoudh.( Beachte zur Bedeutung frz. veille de noél aus lat. vigilia). Aelter ist nachBerneker die zweite Bedeutung des Wortes Weihnachtsabend". Daß Namenfür Feste auch auf Gegenstände übertragen werden, die dabei ein Rollespielen, ist ganz gewöhnlich; vgl. sl. božič," W., W.- Block, Christbaum;r. páscha Ostern- Osterkuchen"; dazu noch hamburgerisch Weihnacht, Christ-geschenk der Herrschaften an die dienenden Klassen", älter nhd. ostern ,, Oster-lamm, Ostermahl"( auf daß sie Ostern möchten essen, Luther)*.4- Die dritteBedeutung des Wortes ist, Weihnachtskuchen"( auch Formen wie badnjača,badnjica kommen in dieser Bedeutung vor), ebenfalls übertragen vom Fest-namen. Badnjaci heißen auch hie und da die Stäbchen, mit denen der Teigder Česnica angemacht( S. 43 u. 100) oder zu W. das Vieh getrieben wird( Trebinje). Das Wort ist erst seit dem XVII. Jahrh. belegt. Ableitungenhiezu sind badnjačica, badnjarica. In vielen Gegenden hieß er einfach

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1 SbNU XI 86. Vgl. das deutsche Bockshornbrennen: Mannhardt, AWFK.316. 2 Beth, Einführung, 77. 3 Mannhardt, AWFK. 214 ff.- Berneker,EW. s. v. bd.