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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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Bei den Slowaken heißen die am Christabend oder Christmorgenkommenden Glückwünscher polaznici. Da Jungen angeblich Gesundheit undLeben bringen, senden sich bekannte Familien gegenseitig 5-12 Knaben,welche gereimte Sprüche aufsagen und dafür mit Kuchen und Münzäpfelnbeschenkt werden ¹. Eine Art Glücksbringer ist hier auch für den Andreas-tag( was wohl mit dem Anfang des Kirchenjahres am 1. Adventsonntagzusammenhängt), bezeugt: Frühmorgens kommt ein Mann mit einem Stockocelj, vor das Haus, schaut durch die Fenster, lärmt und schreit, daß alleerwachen. Er wird vom Hausvater eingelassen und spricht einen humoristischenGlückwunsch, z. B. daß die Räder nicht brechen, die Ketten nicht zerreißensollen usw." Der Brauch heißt s oceljom chodit mit dem Stahl gehen." EineFrau lieẞe man nicht ein, denn die brächte Unglück 2. Vgl. hiezu das antikeund moderne Anklopfen" 3.

Die Polen achten am 24. Dez. sehr darauf, wer als erster ins Hauskommt, denn von ihm schließen sie auf die Beschaffenheit des künftigen Jahres.Deshalb besuchen einander die Nachbarn nur in den dringendsten Fällen*.

Bei den Huzulen bringt ein Mann als erster Besucher am ChristtagGlück, weibliche Personen dürfen nicht zu Besuch gehen 5. Die Ruthenenin Mšanci bei Sombir( Galizien) führen an dem genannten Morgen ein jungesPferd als polaznik ins Zimmer. Von einem, dem es schlecht geht, sagt hierdas Sprichwort: Er hat sich die Not als Polaznik genommen" 6.

In Imeretien muß in der Neujahrsnacht ein Mitglied der Familieaußerhalb des Hauses schlafen, um am Morgen die ersten Glückwünsche insHaus zu bringen.

Deutschlan d. Einem 1468 geschriebenen Merkzettel für die Beichteim Kloster Scheyern ist folgende Beichtfrage zu entnehmen: Qui credunt,quando masculi primi intrant domum in die natiuitatis, quod omnes uaccegenerent masculos et e conuerso 8.

Die vergleichsweise Betrachtung dieser Varianten stellt es außerZweifel, daß die Bräuche mit dem Polaženik aus dem Neujahrsgedankenheraus, aus dem Glauben an das Glück der ersten Begegnung und an dieKraft des Segens entstanden sind. Die besonders in Kroatien undSlawonien hervortretende Beziehung des P. zum Eier- und Hühnersegen wirdmeiner Ansicht nach aus volksetymologischer Anlehnung verständlich.

Jaja u pologu heißen allgemein die zum Brüten angesetzten Eier;polog heißt aucn Nestei"[ Vuk, Rj., Broz- Iveković, Rj. s. v.]; položak ist ausSlawonien in der Bedeutung Ei" im allgemeinen bezeugt.[ Kukuljević,Arkiv II 364: košarica za položke Eierkorb"; ib. 368: vor Ostern werdenpoložci gegessen; ib. 369: man trägt in die Kirche puno položaka.]

Die Folge dieser Anlehnung ist nicht nur die Veränderung des Namenspolaženik( zu polaziti kommen") in položnik, položajnik, kokošinji položajnik( s.§ 39), sondern auch die Modifizierung der Bräuche in einer bestimmtenRichtung: er muß gut sitzen wie eine Bruthenne, oft in der Ecke oder unterdem Tisch und muß Lockrufe ausstoßen, man streut ihm Körner und zündetStroh um ihn an, damit sich viel Leben in den Bruteiern entwickelt, ja erheißt vielfach kvočka Bruthenne". Vielleicht ist das Wegziehen des Stuhlsund das Wälzen des Polažajniks ebenfalls in der Volksetymologie begründet:položiti se heißt sich legen, sich lagern".

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1 Sb. Mat. Slov. I 172.

2 Hanuš, Kal. 226.Lud V 348.5 Sart. SB. III 39. Zubrytzkyj, 59.234.- 8 Usener, Christl. Festbrauch, 86.

3 Bilfinger, 83.

Zs. V. f. V. XXV