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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
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Spiegel und Weberschifflein unter das Kopfpolster, damit sich im Traumder Zukünftige zeige¹. Um Boljevac rollt der Bursche in der Neujahrs-nacht vor dem Schlafengehen den Tuchgürtel, tkanica, zusammen und legtihn unter den Kopf, dann erscheint ihm die Zukünftige im Traum. Damitsich dieser erfüllt, muß er früh den Gürtel über das Dach werfen, doch mußdieser unaufgerollt niederfallen 2. Ebenda nimmt das Mädchen in der Drei-königsnacht einen neuen, noch nicht getragenen Frauenrock, sticht ihn vordem Schlafengehen mit einer Nadel und spricht: Der Zukünftige soll mirim Traume erscheinen, sei er jung oder alt, arm oder reich." Diesen Rock legtsie sich unter den Kopf. Manche wieder streut abends eine Handvoll Getreide( gewöhnlich Hafer) über den Holzhaufen und streicht mit ihrem Rock darüberLetzteren legt sie vor dem Schlafengehen unter das Kopfpolster ³.

Damit den Mädchen in Jamnica( bei Zagreb) in der Dreikönigsnacht derZukünftige im Traume erscheine, essen sie tagsüber bloß drei Weizenkörnerund schlagen vor dem Schlafengehen inmitten der Stube mit dem Besen einKreuz. Vgl. Krauss, SB. 181.

Liebesorakel und Vorbereitung des Traumes in der Andreasnacht sindallgemein verbreitet[ Sart. SB. III 10; Trebitsch, 1. c. 198, Pajek, 1] und er-klären sich einerseits aus dem Anfang des Kirchenjahres am 1. Adventsonntag[ Bilfinger, 58], anderseits aus der Etymologie, da der Name des Andreas( griech. avp) den Begriff Mann" enthält. Der Traumglaube der Weihnachts-zeit findet zahllose Parallelen bei allen europäischen Völkern[ Sart: SB. III 39.71; Tetzner, Slawen in Deutschland, S. 161; Hanuš, Kal. 39; Niederle, Mor.Val. 787: die Mutter bindet die Tochter am hl. Abend mit den Händen anden Tisch und bereitet ihr dort eine Ruhestätte. Wenn ihr träumt, daß derBräutigam gekommen ist, wird sie losgebunden, wenn nicht, muß sie bis zumMorgen angebunden bleiben.- Magische Vorbereitungen des Traumes kennendie Serben auch am Vorabend des Georgstags[ Milićević, ŽSS 117].

Bleigießen. Es wird, in der Andreasnacht(§ 5) und am hl. Abendgeübt. Vorheriges Fasten erhöht die Wirkung 5.

Parallelen bei Mogk, DSB. 52; Hanuš, Kal. 38: über den Kopf nachrückwärts; Č. Lid I 505; Schulenburg, Wend. Volkstum, 129; die Slowakenum Trenčin schlagen Eier ins Wasser und weissagen aus den entstehendenFiguren: Ilić, 103; Eiergießen kennen auch die deutschen Steirer: Z. ö. V. I 68.

Spiegelschau. Um Negotin schauen heiratsfähige junge Leute amhl. Abend nach dem Essen solange in den Spiegel, bis der Liebste( bezw.die Liebste) erscheint: liegend, wenn er tot ist; lachend, wenn er lebt; überden Tisch gelehnt, wenn er krank ist 6.

Valvasor berichtet, daß die Mädchen zu seiner Zeit( 17. Jh.) am Christ-abend im Spiegel der Quelle oder des Brunnens das Bild des Zukünftigensehen wollten, und wie ein Bursche, der sich vorher auf einem über dieQuelle hängenden Ast verborgen hatte, damit das geliebte Mädchen dessenSpiegelbild im Wasser erblicke, im entscheidenden Moment samt demkrachenden Aste ins Wasser fiel, worüber das Mädchen zu Tode erschrak".

Mit der Brunnenschau hängt wohl der kroat. Brauch zusammen, daßdas Mädchen von der Christmette heimläuft und einen Apfel oder eine Nuẞin den Brunnen wirft, damit sich der Zukünftige daraus melde ³.

Ueber den Spiegel im Aberglauben vgl. Meringer in Wörter und Sachen,VIII 17 ff., wo reiche Lit.; Parallelen zur Brunnenschau bei Mogk, DSB. 52;Zíbrt, Stč. Ob. 259; Sb. Mat. Slov. 172 ff.

1 Zastava vom 6. Jänn. 1923.2 SEZb 14, 20 ff.* Sertić, Hs. 2.5 ZbNZ I 256( Vrbova); Krauss, SB. 181.III 236.- 7 Valvasor VII 475.- 8 ZbNŽ I 142( Stupnik).

3 ib. S. 24.6 Zs. Karagjić