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die freudig erregte, ekstatische Bewegung der Menschen mit, als hüpfe,springe, tanze und schaukle nun auch die Sonne selbst"[ Schröder, AR. II109 ff.]. Die in der Ekstase gewonnene Wahnvorstellung erzeugte natur-gemäß weiter den Glauben, daß die ekstatische Bewegung der Menscheneine Wirkung auf die Bewegung der Sonne ausübe, die Kraft und Sieges-freudigkeit derselben erhöhe, sie befördere und vorwärtsbringe"[ ib. 112].Dadurch erst kommen wir nun endlich zum Zauber, denn dadurch erstgelangt die ekstastische Bewegung des Festes in der Vorstellung des Menschenzu der Bedeutung einer mächtig wirksamen, Wunder wirkenden Handlung,einer die Sonne beeinflussenden Zauberhandlung, eines Bewegungszaubers,eines Sonnenzaubers"[ ib. 113]. Schröder führt dann zahlreiche Beispiele ausdem Volksleben der Inder, Germanen, Slawen und Letten an, aus denen diemagisch- kultliche Bedeutung des Tanzens an Sonnenfesten( besonders desKreistanzes) als einer die Sonne erfreuenden und ehrenden Tätigkeit hervor-geht, und stützt seine Annahme durch Parallelen aus anderen Weltteilen.Aehnlich wie das Tanzen sei auch das Schaukeln zum Bewegungszaubergeworden. Die Inder begingen Mitte März ein großes Schaukelfest, Dolayâtrá( dola schwingen, schaukeln", yâtrâ„ festlicher Aufzug, Prozession, Fest"),bei welchem das Bild des Krishna, einer Inkarnation des SonnengottesVishnu, auf einer dazu errichteten Schaukel früh, mittags und abends einigeMale hin- und hergeschwungen wurde. Beim indischen WintersonnwendfestMahâvrata finden wir die Schaukel schon zum Symbol geworden[ ib. 137].Der Hauptpriester, der Hotar, nimmt hiebei auf einer hölzernen SchaukelPlatz, die zwischen zwei Pfosten an Stricken hängt und trägt das große Liedvor. ,, Um die Schaukel als Mittelpunkt entwickelt sich hier die ganze komplizierteOpferfeier des Sonnwendfestes. Die Schaukel ist ein geheiligtes Symbolgeworden, sie stellt in symbolischer Weise die Sonne dar, die ja im Rig- Vedageradezu eine goldene Schaukel genannt wird... Es wäre ganz und gar ver-fehlt, wenn man komplizierte Opferfestlichkeiten mit Priestern und Zeremonienaller Art, wie sie die indischen Dolayâtrâ und Mahâvrata darstellen, sichschon in der Urzeit denken und aus denselben die volksmäßigen Bräucheableiten wollte, die wir bei Letten und Slawen angetroffen haben. Das Ver-hältnis ist vielmehr gerade das umgekehrte. Die volksmäßigen Bräuche. dasTanzen und Schaukeln des festfrohen Volkes, sind als der Ausgangspunkt zubetrachten, das Prius in der Entwicklung. Nachdem diese Bräuche mit derfrohen Begrüßung und Ehrung der Sonne untrennbar fest verwachsen waren,nachdem sie im Lauf der Zeit magisch- kultliche Bedeutung gewonnen, wurdensie als integrierende Bestandteile in die erst später allmählich sich bildende,von Priestern geleitete, mit wachsendem Zeremoniell sich umgebende Fest-feier aufgenommen"[ ib. 140]. Schaukelbräuche zur Beförderung der Fruchtbar-keit sind uns auch von den Griechen bezeugt. Auf athenischem Gebiet wurde( wahrscheinlich in der Frühlingszeit) ein Fest Aiora ,, Schaukel" begangen,das noch im neugriechischen Volksbrauch nachwirkt[ ib. 146]. Die vereinigtenVölker Latiums hatten alljährlich auf dem Mons Albanus ein Schaukelfest,wobei die sogenannten oscilla, kleine Figuren, Puppen und Masken an denBäumen aufgehängt und geschwungen wurden[ ib. 149]. Bei Russen undBulgaren hat sich der Schaukelbrauch auf Ostern und den Georgstag konzen-triert[ ib. 134; Marinov, 430. 458. Fig. 390]. Bei letzteren muß an diesen Tagenjeder die Schaukel besteigen, wenn er das Jahr über von Krankheit und Unglückverschont bleiben will. Eigene Schaukellieder erhöhen die Wirkung desZaubers. Viele schaukeln zu Beginn der Fasten sogar den Hund, damit ernicht toll werde, nach Schröder„ eine merkwürdige Idee, die offenbar auchden Zusammenhang zwischen Sonne und Schaukel bestätigt, denn der Sonnen-hitze, insbesondere der sogenannten Hundstage, wird ja die Hundswut zu-geschrieben"[ Schröder, AR. II 135]. Die vergleichsweise Betrachtung allerdieser Schaukelbräuche erschließt uns das Verständnis für die analogenmagischen Begehungen bei den Serbokroaten. Nicht nur zu W. schaukelnsie, wie wir oben gehört haben, damit der Hanf gut wachse und damit sievon Rückenschmerzen verschont bleiben, sondern in noch viel ausgiebigeremMaße zu Beginn der Fastenzeit und am Gjurgjev- dan. Zu Bele Poklade, demletzten Faschingssonntag, versetzen die Serben allgemein ein an einem Fadenüber dem Tisch aufgehängtes Ei in schwingende Bewegung. Wer es ohneZuhiltenahme der Hände mit dem Munde erhascht, darf es behalten. Anders-
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