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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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Herzegowina: Am W.- Abend treiben die Hirten das Vieh zwischenzwei brennenden Kerzen in die Hürde. Der älteste von ihnen tritt dannin die Haustür und grüßt:" Guten Abend und einen glücklichen W.- Abendheute und glückl. Božić morgen!" Die Hausmutter begrüßt ihn bei der Türmit einer ungesäuerten Pogača, navratnjak, welche bloß in der Asche ohneBackdeckel gebacken worden ist. Sie dreht sie mit beiden Händen, derHirte beißt von drei Seiten ab und steckt die Bissen in den Gürtel. NächstenTag früh zerkleinert er sie, vermischt sie mit Salz und gibt das als erstesdem Vieh zu fressen. Der Kuchen selbst kommt auf den W.- Tisch undwird gegessen 1.

Um Mostar backen sie einen Hirtenkuchen, čobanski kolač, auf demalle Haustiere dargestellt sind und den der Hirte auf dem Horn des Leit-hammels bricht und mit ihm teilt. Viele geben jedem Tier den Teil, deres darstellt. Wenn etwas zu Boden fällt, deutet das auf Tod. 2.

Bosnien. Nach Petranović wird der Hirte bei der Heimkehr amW.- Abend mit einem Honigkuchen erwartet, den er auf dem Kopf des Leit-tiers oder an dem Türpfosten, dovratnik, bricht, weshalb der Kuchen auchdovratnik heißt 3. Von demselben Teig bäckt man am Christtag die Česnicaund einen Kolač, durch den man Salz schüttet, das gegen ViehkrankheitenHeilkraft besitzt 4.

Wenn der Hausvater in Vlasenice den Teig angemacht hat, gehter, ohne die Hände zu reinigen, mit geschlossenen Augen zu den Bienen,erfaßt einen Baum und spricht: Mögen sich hier immer Bienen festsetzen!"Sie backen hier einen W.- Kuchen und zwei ringförmige Kuchen, welchletztere für Neujahr aufgehoben werden. Braten und Kuchen müssen mitbehandschuhten Händen ans Feuer gebracht werden 5.

Um Maglaj rührt die Hausmutter am 25. Dez. mit Verwendung vonfrischem Quellwasser den Teig für drei Aschkuchen an. Zum Umrühren benütztsie drei Pflaumenbaumstäbchen, die später auf das Bienenhaus gestecktwerden. Die 3 Kuchen( česnica, žitnica, božićnji kolač) werden in derselbenAsche gebacken wie der W.- Braten. Nach dem Hineinlegen schießt derHausvater. Die Č. wird gleich gegessen, die zwei andern liegen bis Neujahrauf dem W.- Tisch. Der dritte Kuchen wird an diesem Tage dem rechtenZugochsen auf das rechte Horn gesteckt. Wenn er ihn abschüttelt, achtetman darauf, wie der Kolač zu liegen kommt und schließt daraus auf eingutes oder schlechtes Jahr. Die Hausfrau bricht dann beide Kuchen undbereitet daraus für das Mittagessen eine popara 6

Bei den Katholiken um Jajce steht auf dem Festbrot božićnjica eineSchüssel mit ungekochtem Weizen, in dem drei Kerzen brennen 7.

Banat: Auf den W.- Tisch( 24. Dez.) legen die Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag  Weiber die Kolače,worauf verschiedene Zeichnungen der Haustiere und andere Symbole an-gebracht sind. Der Hausherr nimmt einen Teller und ein Messer, schneidetvon allen Kuchen kreuzweise kleine Seitenstücke ab, legt sie auf den Tellerund begießt sie mit Wein. Alle Anwesenden nehmen davon ein Stück inden Mund, schlürfen hiebei den Wein ein und legen das Brot auf denselbenTeller wieder zurück. Dieses weggelegte Brot wird mit gestoßenen Nüssen,Salz und Kleien den Haustieren zum fressen gegeben" 8.

1 Pamučina, 67 ft.- 2.Bjelokosić in der Zs.SUD. XII 253. ib. 241.- 5 WMBH IV 455.Mitt. des Fraters Matijašević in Jajce( 1912).

Karagjić III 68.6 Dimitrijević, 536 ff.8 Raiacsich, 119.

3 Gl.