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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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Allgemein wird das Schwein schon einige Wochen vorher ausgesuchtund besonders gefüttert ¹. Am Tucin- dan( 23. Dez.) oder Badnji- dan( 24. Dez.) wird es vom Hausvater oft unter besonderen Vorkehrungen 2geschlachtet. Das hervorquellende Blut gibt man dem Vieh, um dessenWachstum und Gesundheit zu fördern 3, den Kehlkopf wirft man insFeuer oder steckt ihn auf ein Röhrchen auf und läßt ihn trocknen, umbei Halsweh Wasser hindurchzutrinken 5. Dann werden die Borsten 6beseitigt, wobei man sich heißen Wassers und eines Schabers bedient, oftauch der glühenden Kohlenschaufel oder brennenden Strohs. Die Eingeweidewerden gereinigt und zerhackt eingenäht; oft näht man eine Henne, einenSpatz, einen Apfel oder Quitte u. ähnl. ein. In Omolj schneidet derHausvater an dem Halse ein Kreuz ein und salzt diese Stelle zuerst 8.

In Slawonien( Varoš) schneidet der Hausvater die Füße ab, damitdas Vieh das Jahr über gesund bleibt, die weiße Leber geben sie in dieWurst, die schwarze Leber und das Herz braten sie am dritten W.- Tag.

SEZb 19, 78( Omolj): es soll 30-40 Oka schwer sein; Vuk, Crna Gora,103: es muß so groß sein, daß die Familie acht Tage lang davon essenkann; SEZb 20, 318( Boka): 15-20 Oka schwer.Zs. Karagjić III 236( Negotin): nach dem Abstechen legen sie in die Stichwunde unter der Kehleein Maiskorn, damit der Mais gut gedeiht; Mil. ŽSS 159,( Šabac): viele tötendas Schwein, indem sie es mit einem großen Stück Salz auf die Stirnschlagen; das Blut vermischen sie mit diesem Salz und geben es dem Viehzu fressen. SEZb 7, 281( Kosovo): vor dem Schlachten bekreuzt sich'derHausvater und ruft Gott an: Helfe mir Gott und der morgige Gottessohn( Božić), daß wir es so gesund und fröhlich verzehren, wie gesund wir esgeschlachtet haben". ZbNZ XX 33( Bukovica): man schlachtet es gegenOsten gewendet. 3 SEZb 14, 78( Boljevac): das Blut mischt man mitKleie und gibt es abends den Haustieren, damit sie sich gut vermehren;auch in Dragobraća( bei Kragujevac) gibt man es, mit Kleie vermischt, denHaustieren( Bauer Varjačić); Zs. Karagjić II 150 ff.( Zeta):des W.- Hammels wird gebacken und am Georgstag mit Knoblauch denSchafen gegeben.Mil. ŽSS 159( Šabac): s. oben Anm. 2; Škalrić, Valj.Kolubara, Hs. S. 42: das Blut gibt man mit Salz vermischt gegen dieKrankheit bedrica( eigentlich Hüfte, Lende", doch als Krankheitsnamelexikographisch nicht belegt); SEZb 7, 281( Kosovo): man füttert damit dasVieh; etwas Blut trägt einer mittels eines Holzes ins Herdfeuer; SEZb 7,113( Levač und Temnič); man füttert damit das Vieh radi zapata ,, damites sich vermehrt" Mil. ŽSS 160: den ersten Tropfen Blutes mischen dieFrauen ins Mehl als Hǝilmittel gegen die Ruhr; SEZb 19, 69 ff.( Omolj): Blutim Teig gibt man dem Geflügel, damit es gesund bleibt.4 SEZb 14,

das Blut

79 ff.( Boljevac); SEZb 19, 69 ff.( Omolj): damit der Braten süß wird.5 SEZb 7, 113( Levač und Temnič); Bauer Varjačić aus Dragobraća( Gruža);SEZb 14, 79( Boljevac); Mil. ZSS 160, P. 16( Šabac). Gl. SUD. XII 254( Bosnien).In der Ls. Omolj( SEZb 19, 74) verbrennt man sie zugleichmit Basilienkraut, Teer und Saturei unter dem Baum, wo die Hühner schlafen,um den Fuchs und Iltis abzuwehren. 1 SEZb 7, 281( Kosovo): mannäht ein: die gesalzene und zerhackte Leber, von der man bloß ein Stückleinfür den Weihnachtstag früh draußen läßt, ein Klümpchen Salz, eine Quitte,ein Huhn und darin einen Spatz. Auch der Faden ist heilkräftig. Mil. ZSS161, P. 17( Užice): ein mitgebackener Apfel ist heilkräftig; Zs. Karagjić III 63( Resava): von einer mitgebratenen Quitte kosten alle, um sich gegen Fieberzu sichern,( in Aleksinac muß sie bei Tag- und Nachtgleiche gepflückt sein).Pamučina, 66( Herzegowina): in das W.- Lamm gibt man Leber, eine Pogača,Unschlitt, Zibeben und eine Orange; manche legen einen Hahn ein, in diesenein Ei: der Braten ist fertig, wenn das Ei geborsten ist; Dimitrijević, Maglaj,536 ff.: Spatz oder Meise. SEZb 19, 69 ff.; 9ZbNZ XX 144.