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Um sich die schützende Kraft zu sichern, hebt man ihn längere Zeitauf; vielfach macht man damit am Badnji dan des nächsten Jahres dasWeihnachts- Feuer an 1. Auch die Asche wird sorgfältig gesammelt und
als Heilmittel aufbewahrt 2.
§ 25. Historisches. Den zahlreichen und detaillierten Berichten überdie Badnjakbräuche in der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit lassensich leider nur wenige und magere Zeugnisse aus der älteren Zeit gegen-überstellen. Den ältesten Beleg hat Jireček im A. f. sl. Phil. XV 456 mitgeteilt.Demzufolge blühte die Sitte im XIII. Jahrh. in dem damals noch halb ro-manischen Ragusa am Hofe des Comes der Stadt.
Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit dieser ersten Nachricht gebe ichsie mit den Worten Jirečeks wieder:
Die Nachricht findet sich in dem unter dem Comes Marcus Justinianus1272 verfaßten, Liber statutorum ciuitatis Ragusii". Das erste Buch handeltim Anfang vom Comes der Stadt; damals war es ein je auf zwei Jahre er-nannter venezianischer Edelmann. Das Zeremoniale ist genau vorgeschrieben,darunter auch die Geschenke, die der Comes am Vorabend der Christnacht-verteilen muß, in uigilia Natalis Domini" oder„ in uigilia anni noui", wiedenn der Jahresanfang damals mit dem Weihnachtsfest zusammenfiel.( Baldnach der Abfassung des Statuts nahm man in Ragusa den Jahresanfang mitdem 1. Jänner an, kehrte aber in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhundertsauf eine zeitlang zum 25. Dezember zurück.) Diese Geschenke werden proKallendis gemacht; noch jetzt heißen die Neujahrsgeschenke in RagusaKolende. Zuerst kommen die Metzger, ihnen folgen die Müller, darauf er-scheinen die Schiffspatrone mit ihren Seeleuten, eine in der Seestadt sehrwichtige Bürgerklasse, stellen unter Freudenbezeugungen einen Holzblock( ital. ceppo) ins Feuer, werden reichlicher als die anderen beschenkt undsogar mit Trank bewirtet. Schließlich folgen noch die Fischer, welchen derComes in der, uigilia noui anni" 5 grossos„ secundum antiquam consue-tudinem" zu schenken hat".
Einen zweiten ausführlichen Beleg über den Weihnachtsblock auf süd-slawischem Gebiet( Istrien) verdanken wir Valvasor, der im VII. Buch seiner„ Ehre des Herzogtums Krain" S. 476 die Klotzen- Speiser verspottet:„ ImHisterreich führen die Bauern diesen Mißbrauch, daß am hl. Christ- Abendein jeglicher Hauswirt einen großen hölzernen Klotzen, den man inkrainerischer Sprache Pain nennt, nach Hause bringt und denselben in derStuben aufs Feuer wirft. Denn man hat in Histerreich überall Kamine inden Stuben und keine Oefen. Also läßt man den zum Kaminfeuer gelegtenKlotzen nur langsam glimmen.
Wann sie nun hernach zum Abendessen gehen, geben sie diesem Klotzenvon jedwedem Gemüse oder Suppen einen Löffel voll, desgleichen von jeglicheranderen Speise ein Stücklein zu essen u. sprechen ihm dabei zu, er solle auch essen.H. Dragutin Marković aus Kruševac, m.: das Jahr über steckter in der Herdkette. 2 SEZb 23, 152( Mrkovići, mont. Küste): diepulverisierte Kohle streut man auf Wunden; ZbNŽ X 34 ff( Poljica, Dalm.): mansammelt die Asche in einen Topf und verwendet sie gegen Krankheiten undUngeziefer; SEZb 16, 146 ff.( Lužnica- und Nišavatal): Wasser, mit dem mandie Badnjakbrände wäscht, hilft gegen bösen Blick und Fieber, man trinkt esoder wäscht sich damit; Dimitrijević im Gl. ZM. VIII 536 ff.( Maglaj): die Aschemischt man der Kuh ins Futter, damit sie sich nach der Geburt eines Kalbesgut reinigt. Vuk, ŽOb. 6: Mit der Asche schmiert man krumme Feigenbäume,damit sie gerade wachsen.