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Die Weihnachtsbräuche der Serbokroaten
Entstehung
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§ 12. 18. Dezember. Sv. Mozistos. Dieser Tag wird nur in Mazedonienfür die Gesundheit der Haustiere, besonders der Ochsen gefeiert. Am Vor-abend trägt die Hausmutter in einem Tüchlein etwas Kleie und ein Fest-brot mit der Aufschrift Is. Hr. Ni. KA in die Kirche, wo der Pop ein Gebetdarüber lesen muß. Zu Hause wird das Festbrot zerkleinert, mit dem Joch-holz in die Kleie gerührt und den Ochsen zum Fressen gegeben!.

§ 13. 20. Dezember. An den wirklich kürzesten Tag haben sich inallen deutschen Landen zahlreiche Neujahrsbräuche angeschlossen 2. DieselbeErscheinung können wir bei den Südslawen feststellen. Bei den Kroaten istder Tag dem Sv. Toma geweiht, bei den Serben dem Sv. Ignjat.

Bei ersteren finden wir vielfach dem Andreseln" ähnliche Maßnahmen.Wenn das Mädchen im Traum ihren Zukünftigen sehen will, fastet sie denTag über, kaut abends einen Bissen Brot, schluckt ihn aber nicht, sondernlegt ihn unter das Kopfpolster und spricht:

Ja postila a ne jila, d. h.Ja žvakala, ne gutala,Već u ruku ispljuvala;

Pod jastuk metla,

Da budem sretna,

Da mi se kaže u noći,

Ko će po mene doći.

Ich habe gefastet und nicht gegessen,Ich habe gekaut, doch nicht verschluckt,Sondern den Bissen in die Hand gespuckt;Und unter das Polster gelegt,

Damit ich glücklich werde,

Damit sich mir in der Nacht der zeigt,

Der mich holen wird" 3.

Andere Mädchen fasten nnd schmieren sich unter einem Obstbaummit dem Fett des am selben Tag geschlachteten Schweines unter Aufsageneines Gebetes ein, um im Traum den Zukünftigen zu sehen. Die Dalma-tinerin sucht denselben Zweck dadurch zu erreichen, daß sie vor dem Ein-schlafen den Saum ihres Hemdes mit der großen Zehe des rechten Fußeseinklemmt 5.

Mit Beziehung auf das für Weihnachten geschlachtete Schwein singendie dalmat. Kinder:

Sv. Toma, ubij prašca doma,

Ne skitaj se po selu,

Udrit će te batom po čelu.

" Zu Thomas schlachte zu Hause ein Schweinchen,

Streife nicht durch das Dorf,

Sonst haut er dich mit der Keule auf die Stirn" 6.

In Konavlje( südl. Dalm.) ruft man: Sveti Toma goni prasce doma derhl. Th. treibt die Schweine heim", denn im Süden beginnt man mit demSchweineschlachten erst um diese Zeit 7.

Wie bei den Bulgaren so spielt auch bei den Serben zu Sv. Ignjatdie Lebensrute eine große Rolle.

Am Kosovo Polje holt ein Mann, der zuerst aufsteht, vom Holz-haufen vor dem Hause einen Zweig und grüßt, ins Haus zurückgekehrt:Dobro jutro i čisti vi Ignjat!" Guten Morgen und einen reinen J. Tag!"Dann schwingt er die Rute über dem Feuer von rechts nach links undspricht dabei einen Segen, daß Gott Gesundheit, männliche Kinder, weiblicheLämmer, Kälber und Fohlen verleihen möge, ferner roten Weizen, weißesGeld und gelbe Dukaten. Dann steckt er den Zweig über den Herd oderwirft ihn ins Feuer. Dieser Zweig gilt vielfach als heilkräftig. Die Kuh muß1 Tanović, Hs 83( Gjevgjelija). 2 Sart. SB III 20.3 ZbNŽ VII 190( Otok).- 4 ZbNŽ II 402( Otok). ZbNŽ I 257, 6( Vrhgorac)..6 ZbNŽ X 34( Srednja Poljica); ZbNŽ I 247( Vrhgorac und Krk). 7 ib. XXIII 319.