In Koprivnica( Kroatien) muß das Mädchen am Andreastage, Andraševo,den ganzen Tag über fasten und darf abends nur drei Schluck Wasser unddrei Körner Weizen zu sich nehmen. Vor dem Schlafengehen legt sie einenSpiegel unter das Kopfpolster und denkt an einen Burschen. Beim Nieder-legen betet sie sechs Vaterunser, sechs Gegrüßet seist du Maria und einenGlauben zu Ehren des hl. A., damit sie im Traum ihren Zukünftigen sieht.Erblickt sie im Traum einen Jüngling, so wird sie heiraten; sieht sie niemanden,so wird sie nicht heiraten; sieht sie den Tod, so wird sie im folgenden Jahresterben. Ebenda sagt man: Sveti Andras, curice zamuž daš, d. h. ,, Hl. A.,du bringst die Mädchen an den Mann."
Um Otok muß daß Mädchen den ganzen Tag fasten. Beim Schlafen-gehen bindet sie drei Getreidekörner, einen Bissen Brot und etwas Salz inein Tüchlein, legt es unter den Kopfpolster und spricht:
Sveti Andrijo, zavezanijo!
Ja vežem krpu, kad pojdem ležat,
Da vidim na snu, s kim ću se svezat:
Tri zrna žita, nek sam mu čestita,
Zalogaj kruva, neka me čuva,Štipetak soli, da me najvoli".
d. h. ,, Hl. A., du Stifter der( Ehe-) Bündnisse( eigentlich der du bindest")Ich binde das Tuch beim Schlafengehen,
Damit ich im Traume sehe, mit wem ich mich binden werde:
Drei Getreidekörner, damit ich ihm rein bleibe,
Einen Bissen Brot, damit er mich behütet,
Etwas Salz, damit er mich am liebsten hat" 2.
Um Samobor fasten die Mädchen zu Ehren des Sv. Jandraša undlegen abends eine Männerhose oder einen Rock unter den Polster. Ebendawird am Vorabend das Bleigießen geübt 3.
Zu Sv. Andrija beginnt nach der volkstümlichen Anschauung derWinter. Mit Rücksicht darauf sagt man in Poljica( Dalm.): Sveti Andrija krojikabanice, der hl. A. schneidet Mäntel zu"; Sveti Jadre bile brade, der hl. A.hat einen weißen Bart" 5. Aehnlich heißt es auch in Vrhgorac( Dalm.):Sveti Andrija bjelobradija„ der hl. A. mit dem weißen Bart".
§ 6. Der Dezember heißt fast überall božićnji mesec ,, Weihnachtsmonat".4. Dezember Sv. Varvara. Im ganzen Umkreis des serbokroatischen Sprach-gebiets wird ein uralter Brauch geübt, den wir bei alten und neuen Griechenunter dem Namen лavoлepuía. finden. Alle Getreidearten des letzten Jahreswerden am Vorabend in einem Topf oder Kessel gekocht. Nächsten Tag mußjeder davon essen, damit im nächsten Jahr das Getreide gut gedeihe undvor Hagel, Mäusen und Raupen bewahrt bleibe. Auch den Armen, welchesich diesen Brei nicht kochen können, schenkt man davon. Einen Teil er-halten die Haustiere ins Futter, damit sie gesund bleiben und viel Milchgeben, einen Teil mischt man dem Saatgut bei, um eine reiche Ernte zuerzielen. Diese Topfspeise heißt varica, bei den Vasojevići( Crna Gora)varivo, in Konavlje( Dalm.) vara. Allgemein verbreitet ist der Spruch:Varvarica vari, Savica hladi, Nikolica kusa; Barbara kocht( den Brei), Sava( 5. Dez.) kühlt ihn ab, Nikolaus( 6. Dez.) ißt ihn".
1 ZbNŽ I 244.
einfaches Fasten.- 3X 55.-* Jelić§ 35.
ZbNŽ VII 189; ZbNŽ XXI 199( Lobor): hier genügtZb N Z XVIII 86.- 4 SEZb 14, 5( Boljevac).
ZbNŽ X 156; Vrčević 14( Boka).
ZbNZ