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§ 5. 30. Nov. Sv. Andrija( Andreja, Jandrija). Serben: Sie feierndiesen Tag vornehmlich für die Gesundheit des Viehs. Aus früheren Jahr-hunderten, wo der Bär noch Hirt und Herde arg bedrohte, hat sich eininteressanter Brauch erhalten, der noch heute in der Landschaft Omolj, imLužnica- und Nišavatal sowie um Boljevac geübt wird, woselbst der30. Nov. Mečkin dan Bärentag" heißt. Am Vorabend kocht man einige Mais-kolben und legt die schönsten über Nacht auf das Dach des Hauses, desStalles oder auf den Holzhaufen, da ga nagrize mečka„ damit die Bärin darannage". In Omolj legt man auch Birnen dazu, das Ganze heißt mečkina večera„ das Nachtmahl der Bärin". Heimlich nimmt man aus den Kolben einigeKörner heraus. Die Kinder gehen am nächsten Morgen, um zu sehen, wievieldie Bärin gefressen hat. Doch darf man diese nicht beim Namen nennen,sondern muẞ sagen teta" Tante"( um Boljevac) oder ona" Sie"( Omolj). UmBoljevac legt man diesen Kolben in ein Glas Wein und alle trinken darausfür die Gesundheit. Im Lužnicatal iẞt jeder einige Körner dieses Kolbensauf nüchternen Magen( na našte srce). Den Rest geben sie daselbst, mit Kleievermischt, dem Vieh ¹.
Arbeitsverbote: Damit die wilden Tiere das Jahr über nichtschaden, darf man nicht arbeiten 2, besonders nicht mit den Flachskämmen 3;die Bärin erwürgt den, der neue Opanken macht oder alte flickt 4. In Omoljbesteht der Volksglaube, daß der hl. Andreas auf einer Bärin reitet. Niemandgeht in den Wald, denn man glaubt, daß die Bärin an diesem Tag mitoffenem Maul umherrennt und den hl. Andreas sucht. Wer ihr begegnet,den setzt sie auf den Rücken. Fällt er herab, so erwürgt sie ihn 5. Vergleichehiezu das Speiseopfer für den Bären am 1. Jänner in der Skopska CrnaGora und am Kosovo(§ 42).
Doch auch in anderer Hinsicht ist der Andreastag wichtig. Da zuWeihnachten jede Arbeit abgeschlossen sein muß, wird nur bis zum Andreas-tag Garn auf den Webstuhl gebracht. Auch beginnen die Bauern kein Ge-bäude, das nicht bis Weihnachten fertig wird. Nach Tanović feiert dieSchmiedezunft in Mazedonien diesen Tag. Ebenda sagt das Volk scherz-weise: Sv. Andreja kukoškinje mu izumreja„ die Hühner sind dem Sv. A.krepiert".
Bei Leskovac kochen die Frauen Maiskolben und schicken sie alsGeschenke in die Nachbarhäuser 8.
In der Landschaft Levač glaubt man, daß vom 30. Nov. an die Nacht kürzerwird. Tada je noć kraća koliko će petao skočiti s praga, a do sv. Nikole okraća,koliko će se jaje ispeći u vatri, d. h. Von da an wird die Nacht umsoviel kürzer, als der Hahn braucht, um von der Schwelle zu hüpfen undbis zum hl. Nikolaus wird sie um soviel kürzer, als ein Ei im Feuerbraten mußẞ" 9.
Kroaten. Bei diesen nimmt einen breiten Raum das in der Volks-kunde bekannte„, Andreseln" ein; das ist ein zauberisches Verfahren, dasden Zweck verfolgt, dem Mädchen den Zukünftigen zu zeigen.
1 SEZb 16, 143; SEZb 14, 75; SEZb 19, 67.- 2 Milićević, ŽSS 149,M. Škarić, Valjevska Kolubara, Hs 49; Schneeweis, Plivatal, Hs.-3 Begović,S. Gran. 81. SEZb 19, 67; ib. 14, 75.5 SEZb 19, 67.- 6 Milićević,ZSS 164, P. 38; Škarić, Valjevska Kolubara, Hs 49.- Tanović, Hs 82.-- 8 ZbNŽ V 2779 Zs. Karagjić II 132.
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