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Dante-Novellen
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DER SCHWARZKÜNSTLER KAISER FRIEDRICHS

Quell' altro che ne' fianchi è così poco,

Michele Scotto fu, che veramentede le magiche frode seppe il gioco.Inferno, c. XX, 115

ichele Scotto, so geheißen, weil er aus Schottland stammte, war ein

Mer

großer Zauberer, und in dieser Eigenschaft hielt ihn Kaiser Friedrichbei sich, und von ihm werden viel erstaunliche Dinge erzählt.

So lud er eines Tages, als er nach Bologna gekommen war, schier allevornehmen Männer der Stadt zum Speisen, und am Morgen war in seinemHause noch nicht Feuer gemacht. Sein Diener verwunderte sich, und dieandern, die das sahen, sagten: Was wird er nun tun? will er so viel treff-liche Leute höhnen?" Als aber schließlich die Gesellschaft versammelt warund alle bei Tische saßen, sagte Michele: Bringt von der Tafel des Königsvon Frankreich!", und schon erschienen auch Pagen mit Schüsseln in denHänden und setzten sie den Gästen vor, und alle aßen. ,, Bringt von derTafel des Königs von England!" Und so nannte er einen Fürsten nach demandern, und das Mahl war köstlicher als das irgend eines Herrschers.

Ein andermal hatte er wieder viele Gäste, und man bat ihn, einKunststück zu zeigen. Da erschienen auf dem Tische, es war im Jänner,Weinstöcke voll Reben und reifen Beeren, und er hieß seine Gäste, siesollten jeder eine Traube nehmen, aber sie nicht eher abschneiden, als biser sie heiße. Und als er sagte: Schneidet", waren die Trauben ver-schwunden, und jeder hatte in der Hand das Messer und in der andernsein Heft.

Viel prophezeite der Schotte über das Schicksal der italienischen Städte,und viele seiner Voraussagungen trafen ein. Auch seinen Tod hat er, heißtes, vorausgesehen, ihm aber nicht ausweichen können. Er wußte, er werdedurch ein Steinchen von dem und dem Gewichte sterben, das ihm auf denKopf fallen werde, und um das zu vermeiden, trug er in seiner Mütze eine

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