PAPST BONIFAZ UND DIE COLONNA
Quelli ch'usurpa in terra il luogo mio,
fatt' ha del cimiterio mio cloaca
del sangue e de la puzza; onde' l perversoche cadde di qua su, là giù si placa.Paradiso, c. XXVII, 22
Nin Neffe des Papstes Bonifaz verliebte sich in die Gattin von Sciarra
Ecol
Colonna, und Begierde und Leidenschaft wuchsen so in seinem Herzen,daß er sich endlich krank aufs Lager werfen mußte. Nun hatte der Papstgerade diesen Neffen sonderlich lieb, und jede Stunde, wo er ihn nicht beisich hatte, däuchte ihn verloren; als er ihn darob eines Tages bis zur drittenMorgenstunde nicht gesehen hatte, fragte er nach ihm, und da erhielt erzur Antwort: ,, Herr, er liegt zu Bette, weil er sich nicht wohl fühlt."
Der Papst begab sich an sein Lager und fragte ihn, was ihm fehle; erantwortete nicht. Nun schickte der Papst um Ärzte und ließ ihn gründlichuntersuchen; sie fanden kein leibliches Übel. Da drang der Papst mit Fragenin ihn, bis er schließlich sagte, er sterbe um die und die Dame.
Der Papst gedachte ihn zu befriedigen, und das sollte so geschehen:Er ließ ein großes Gastmahl rüsten und dazu all die vornehmen DamenRoms laden, unter ihnen auch jene, und er befahl, daß sie, wenn denDamen die Plätze bei Tisch angewiesen würden, den Sitz vor einer Türbekomme, die in ein Seitengemach führte; mitten unterm Essen sollte dieTür unauffällig geöffnet und die Dame in das Gemach gezogen und ge-sperrt werden, wo der Neffe sein sollte, um seine Lust an ihr zu büẞen.Wie gesagt, so getan: die Tür wurde geöffnet und die Dame hinein-geschoben, ohne daß auch nur ihre Tellergenossin etwas bemerkt hätte,und schon war der Jüngling bei ihr.
Aber sie war auf keinerlei Weise dazuzubringen, sich zu fügen: wiesehr er sie auch zauste, kratzte, biß und wie viel andern Schimpf er ihrauch antat, das Ziel seiner Wünsche erreichte er nicht.
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