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Dante-Novellen
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DER KIRCHEN RAUB VON PISTOJA

V

Vita bestial mi piacque e non umana,

come a mul ch'i' fui; son Vanni Fuccibestia, e Pistoia mi fu degna tana.Inferno, c. XXIV, 124

anni Fucci war ein Sohn von Messer Fuccio de' Lazzari, dem Bastard,

in Pistoja, und er war ein zügelloser Mensch. Weil er aus einem sogroßen Hause war, gingen ihm viel schlechte Streiche durch; immerhinwar er ob seiner Missetaten die meiste Zeit verbannt, aber trotzdem hielter sich, freilich insgeheim, in der Stadt auf, und kein Umgang war ihm zuschlecht, und nächtlicher Weile ging er aus und verübte viele Frevel.

Einmal hatte er mit seinen Gesellen und auch mit etlichen Leuten,die nicht zu diesen gehörten, im ganzen waren sie ihrer achtzehn, zurNacht gegessen, und unter ihnen war auch Ser Vanni della Monna, derbestberufene Notar von Pistoja.

Nach dem Essen sagten sie, sie wollten ihren Liebsten Ständchen bringen,und so gingen sie auch zu der Liebsten des Notars, die in der Nähe desbischöflichen Schlosses wohnte, und spielten und sangen.

Unterweilen nahm sich Vanni Fucci zwei seiner Gesellen, ohne daßdie andern etwas davon gewußt hätten, und drang mit ihnen in das Schloßdes Bischofs ein, und sie raubten alles Geld; dann erbrachen sie die Sakristeiund plünderten sie aus bis auf die nackten Mauern, und dabei muẞ manwissen, daß der Dom das schönste und reichste Gerät von allen KirchenPistojas hatte, Paramente, Kelche und Patenen.

Dann fügten sie sich wieder zu ihren Genossen, die noch immerStändchen brachten, und erzählten ihnen, was sie getan hatten, und diewaren darob arg bestürzt.

Vanni aber sagte: Geschehen ist geschehen; jetzt sehen wir, wie wirdas Zeug wegschaffen." Von ungefähr war das nächste Haus das des Notars,und so wurde alles zu ihm getragen.

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