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Dante-Novellen
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DER PILGER ALS SENESCHALL

1209-1245

Quattro figlie ebbe, e ciascuna reina,Ramondo Beringhieri, e ciò li feceRomeo, persona umile e peregrina.Paradiso, c. VI, 133

aimund Berengar war Graf der Provence. Er kümmerte sich wenig

Rum

um die Wirtschaft an seinem Hofe, war überdies ein arger Ver-schwender, und so verfiel sein Land der Armut; nicht nur die Hofleuteverschleuderten und vergeudeten sein Gut, nein, auch die Stallbuben, diemit der Streu und der Gerste wüsteten und die Rosse schlecht versahen,und so kam es, daß die Untertanen zu Unrecht unbillige Schatzungenleiden mußten.

Wie es Gott gefiel, kam eines Tages ein Pilgrim auf der Wanderungnach Rom an dem Schlosse vorbei, und er trat in den Stall des Grafen undbat die Buben um ein Almosen um Gottes willen; die Buben, die allerleiVorräte und weidliche Humpen Weins beiseite geschafft hatten, beschenktenihn reichlich und gaben ihm Unterkunft im Stalle.

Als nun der Pilger, der ein kluger Mann war, die heillose Wirtschaftsah und als er erfuhr, wie verschuldet der Herr war, entschloß er sich,wenigstens im Stall dem Unwesen zu steuern; er ging zu dem Marschallund sagte ihm, er wolle, wenn es ihm recht sei, bleiben und sich der Rosseannehmen, und der Marschall, der sich um nichts scherte und dem jedeMühe zuwider war, willigte ein.

Nun begann der Pilger die Rosse zu betreuen und, was sonst ver-schleudert wurde, zu sparen, und in kurzer Zeit sahen die Rosse viel besseraus, und auch viel Gut war erspart worden.

Graf Raimund, der bald merkte, daß die Rosse in besserm Stand waren,erkundigte sich um die Ursache, und als er die Trefflichkeit des Mannessah, wandte er ihm seine Liebe zu, und er beförderte ihn von Amt zu Amt,und schließlich machte er ihn, da er sah, daß sich unter ihm jegliches

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