VOM SPIELMANN ZUM MÖNCHE
Folco mi disse quella gente a cui
fu noto il nome mio; e questo cielodi me s'imprenta, com' io fe' di lui.Paradiso, c. IX, 94
olco oder Folquet war der Sohn eines Kaufmanns von Genua, Ser
Falco
Alfonso mit Namen, und der Vater hinterließ ihm bei seinem Sterbenviel Gut. Und er begann nach Ehre und Trefflichkeit zu trachten undhielt sich zu dem Dienste bei trefflichen Baronen und Herrn, um sich inihrem Gefolge umzutun. Und er kam zu hohen Gnaden und Ehren beiKönig Richard und bei dem guten Grafen Raimund von Toulouse und beiMessire Barral, seinem Herrn von Marseille, und er dichtete sehr schön undwar von anmutigem Wesen.
Dann entbrannte er für die Gemahlin seines Herrn, Madama Azalais,und er bat sie um ihre Liebe und widmete ihr Lieder; aber weder durchFlehen noch durch Lieder konnte er so viel Gnade bei ihr finden, daßsie ihm irgendwelche Gunst gewährt hätte; darum waren seine Liederallezeit voll harter Klagen.
Messire Barral hatte zwei Schwestern von hoher Art, die Dame Lauravon San- Jordan und die Dame Mabilia von Ponteves, und sie weilten beiihm. Mit beiden war Herr Folquet in so vertrautem Umgang, daß esschien, er werbe um einer jeden Liebe. Madama Azalais aber glaubte, erliebe die Dame Laura und buhle um sie. Darum verhörte sie ihn und ver-hörte viele Zeugen, und dann gab sie ihm Urlaub, daß sie seine Bittenund seine Sprüchlein nimmer wolle und daß er von der Dame Laura lasseund von ihr keine ehrliche Gunst mehr hoffen dürfe.
Folquet war gar traurig und bekümmert, als ihm seine Dame denAbschied gegeben hatte, und ließ Trost und Sang und Lachen und ver-harrte lang in Herzeleid, das Unglück beweinend, das über ihn gekommenwar; hatte er doch die, die ihm teuerer gewesen war als sonst etwas auf
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