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Dante-Novellen
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BERTRAN DE BORN UND SEIN JUNGER KÖNIG

Sappi ch' i' son Bertram dal Bornio, quelli

che diedi al Re giovane i ma' conforti.Io feci il padre e' l figlio in ribelli.

an liest viel von der Güte des Jungen Königs,

Inferno, c. XXVIII, 134

so wurde Heinrich,

Mder Sohn Heinrichs des andern, Königs von England genannt- der

durch den Rat Bertrans mit seinem Vater kriegte, und dieser Bertran rühmtesich, er habe mehr Verstand als jeder andere. Das war der Anlaß, daß vieleGeschichtchen entstanden, und deren seien etliche niedergeschrieben.

Bertran überredete den Jungen König, er solle sich von seinem Vaterseinen ganzen Anteil an dem Schatze geben lassen, und er heischte ihnso lange, bis er ihn erhielt. Und den Schatz ließ er ganz und gar an Edel-leute und an arme Ritter verteilen, so daß ihm nichts verblieb und ernichts mehr zu verschenken hatte. Ein Hofgänger bat um ein Geschenk,und der Junge König antwortete, er habe alles verschenkt; aber dann fuhrer fort: ,, Alles was ich noch habe, ist ein schlechter Zahn im Mund, undmein Vater hat zweitausend Mark dem versprochen, der mich so zu bittenverstünde, daß ich mir ihn entfernen ließe; geh also zu meinem Vater,und laẞ dir das Geld geben, und ich werde mir ihn auf dein Verlangenhin ziehen lassen. Der Sänger ging zum alten König und empfing dasGeld, und er ließ sich den Zahn ziehen.

Ein armer Ritter sah einmal bei seiner Tafel einen silbernen Krug-deckel, und er sagte bei sich: ,, Kann ich ihn verbergen, so ist für den Unter-halt meiner Knappen für viele Tage gesorgt." Und er barg den Deckelunter seinem Kleide. Als dann die Tafel aufgehoben war, zählte der Sene-schall das Silbergerät nach, und da entdeckte er den Abgang. Nun gabes ein großes Geschrei, und die Ritter wurden an der Pforte durchsucht.Da trat der Junge König, ohne ein Aufsehen zu erregen, zu dem, der denDeckel hatte, und sagte leise zu ihm: ,, Steck ihn mir zu; mich wird man

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