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Dante-Novellen
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FRANCESCA DA RIMINI

Z

Francesca, i tuoi martiri

a lacrimar mi fanno tristo e pio.

Inferno, c. V, 116

wischen dem alten Grafen Guido da Polenta, dem Herrn von Ravenna

Jund Cervio, und den Herren Malatesta von Rimini war lange ein ver-derblicher Krieg gewesen, aber endlich wurde durch Vermittler ein Friedezwischen ihnen verhandelt und abgeschlossen; und damit dieser Friedesicherer sei, beliebte es beiden Teilen, ihn durch eine Versippung zu be-festigen, und zwar wurde abgemacht, daß Messer Guido seine junge,schöne Tochter, Madonna Francesca mit Namen, dem Sohne MesserMalatestas, Gianni genannt, zum Gemahl gebe. Davon erfuhren gar baldetliche Freunde Messer Guidos, und deren einer sagte zu ihm: Seht Euchwohl vor, was Ihr tut; denn wenn Ihr bei dieser Versippung irgendetwasaußer acht laẞt, so wird Euch daraus ein großes Ärgernis erwachsen kön-nen. Ihr kennt doch Euere Tochter, wie hochgemut sie ist, und wenn sieGianni sieht, bevor die Ehe geschlossen ist, werdet sie weder Ihr nochsonst jemand dazu bringen, daß sie ihn nähme; darum, wenn es Euch rechtwäre, würde es mich bedünken, man müßte diesen Weg einschlagen: zurHochzeit dürfte nicht Gianni selber kommen, sondern einer seiner Brüder,dem sie als seinem Stellvertreter angetraut werden müßte." Gianni war einhochgesinnter Herr, und allgemein hoffte man, nach seines Vaters Todewürde er die Herrschaft erhalten; aus diesem Grunde wollte Messer Guidoals Eidam lieber ihn als einen seiner Brüder, obwohl er von gar unholdemAnsehn und hüftlahm war. Da er nun einsah, daß das, was ihm seinFreund sagte, würde eintreten können, traf er insgeheim Anstalten, daßalles nach dessen Rate geschehe.

So kam denn zu der festgesetzten Zeit Herr Polo, ein Bruder Giannis,mit aller Vollmacht nach Ravenna, um Madonna Francesca zu freien.Polo war ein schöner, anmutiger Mann von trefflichem Benehmen; und

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