DIE BRAUTNACHT DER GRÄFIN MATELDA
Omai puoi giudicar di quei cotali
che son cagion di tutti vostri mali.L'uno al pubblico segno i gigli gialli
oppone, e l'altro appropria quello a parte,sì ch'è forte a veder chi più si falli.Paradiso, c. VI, 97
eit langer Zeit schon bestehen in Italien, zum größten Schadenund Jammer vieler Geschlechter und Städte und Schlösser,zwei Parteien, deren eine sich Welfen, die andere Gibel-linen nennt, und sie hegen widereinander so glühendenHaß, daß sie sich davon weder durch den Verlust ihreseigenen Guts noch durch das Verderben der Staaten nochdurch Gefahr und Tod für jeden Einzelnen haben ab-bringen lassen; und wie der ehrwürdige Messer Luigi Gian-figliazzi erzählt hat, der behauptet, er habe es von Kaiser Karl IV. erfahren,sind diese Namen aus Deutschland gekommen. Ihr Ursprung war also:
In Italien war, es sind schon zweihundert Jahre her, eine adelige,hochgemute Dame, reich an Herrschaften und weltlichem Besitztum,genannt Gräfin Matelda; und damit sie dereinst einen sicheren Erbenhinterlasse, richtete sie ihren Sinn und Willen auf eine Heirat. Da sie nunin Italien keinen Herrn fand, der sie genugsam ziemlich für sie gedäuchthätte, schickte sie nach Deutschland; dort fand sich ein Baron, HerzogGulfo oder Welf mit Namen, und da es ihr schien, daß ihr der ob desAdels seines Geblüts und ob seiner Großmächtigkeit zieme, ließ sie mitihm den Ehevertrag schließen. Als davon ein Verwandter Welfs, Gibellingenannt, erfuhr und von der erstaunlichen Mitgift hörte, die Welf vondieser Dame erhalten sollte, wurde er neidisch auf dessen Glück und beganninsgeheim Mittel zu suchen, um es zu stören; so geriet er an einen darin aus-gelernten Menschen, und der brachte es durch seine Tücken und sein Malefiz
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