18
wie im Kanton Zürich, theils zum Aufziehen wie in den Urkantoneneingerichtet.
Die Spitze des Giebels ziert eine den Schweizer Riegelbau be-sonders charakterisirende Dreiecksverbindung mehrerer nach Fig. 52.sich im Schwalbenschwanz überschneidender Hölzer.
Das Haus des Sigristen zu Marbach,
Kanton Luzern, Tafel 13,
vom Jahr 1809 zeigt den Ständerbau mit eingeschobenen Bohlen ohneVerstrebung der Wände durch Büge, wenn man nicht die Stützel derLaubenträger als jene ersetzend ansehen will. Die Ständer sind beijedem Stockwerk zwischen Schwelle und Rahmholz abgesetzt und un-ter den Details dieser Tafel deren Querschnitte dargestellt.
Die profilirt vorstehenden durchlaufenden Fensterbänke greifenblattartig über die Pfosten der Scheidewände, seitwärts eingenuthet,so dass ein gleichmässiges Setzen nicht gehindert wird.
Das Rahm- und Füllwerk der Wände liegt bündig nach Aussenohne Auskragung der Stockwerke. Die verlängerten in bündigenUeberschneidungen sich kreuzenden Rahmhölzer tragen die Laubenringsum, überall durch kurze Büge und oben auch durch die Pfostender Laube gestützt. Eben so werden die Fusspfeten des mit feinenSchindeln gedeckten Winkeldaches durch jene Rahmhölzer und durchdie Schwellen der obersten Lauben getragen.
Die beiden Mittelpfetten sind durch die obersten Laubenpfosten,durch die Giebelwände und durch den im Querschnitt angegebenenstehenden Dachbinder über der Mittelwand gestützt.
Der Grundriss, im Maasstab 1: 250 zeigt die Eintheilung desunteren Wohnstocks mit dem Eingange rechts.
Die Perspectiven der Seitenlaube, wie der oberen Giebellaube,sind in zehnfachem auf den Durchschnitt der Wände bezüglichemMaasstabe dargestellt. Zunächst der äusseren Ansicht des Hauses istim Hintergrunde links ein Haus aus Entlibuch, Kanton Luzern, ge-zeichnet, dessen Wände mit durchlaufenden Ständern wie im KantonZürich construirt sind.
Das Haus von J. Stetter in Eggiwyl,
Kanton Bern, Tafel 14,
aus dem Jahr 1796, zeigt dieselben Wandständer mit eingeschobenenBohlen, die Lauben und Dachausladungen, wie das Vorhergehende.Nur sind die Stützenconstructionen dieser Ausladungen grösstentheilsmit Brettern bekleidet. Die inneren das hohe Schindeldach tragendenBinder bestehen aus einfachen liegenden Stühlen.*)
Das kleinere Gebäude auf dieser Tafel ist ein Kässpeicheraus der Umgegend vom Jahr 1794. Die Breite seines Giebels be-trägt 6,3m.
Der Blockbau.
Wohnhäuser im Kanton Schwyz,
Tafel 15.
Die auf dieser Tafel dargestellten Häuser, auf die wir bei dervergleichenden Uebersicht zurückkommen, zeigen die Uebereinstim-mung der Blockbauart im Kanton Schwyz, sowohl bei den Grundrissenals auch bei den Façaden.
Das Dachwerk und die Eindeckung sind wie auf Taf. 6. 7. con-struirt, nur dass hier statt der Bretter, Latten aus Halbholz aufliegen unddie obersten die Steine stützenden Latten mittelst S förmiger Hölzer andie inneren Latten aufgehängt sind. Die Construction der Decken undBöden ist wie auf Taf. 6. 7. Die einarmigen Treppen bestehen ausBlockstufen. Die durch den geringen Dachvorsprung bedingten Vor-dächer sind zum Theil bei den hier dargestellten Häusern abgebrochenworden. Da wo eine lange Blockwand nicht durch eine Scheidewandgebunden ist, bilden kurze Balken, nach Innen und Aussen vorstos-send, feste Versteifungen jener Langwand, wie hier bei den hinterenGiebelwänden der Häuser in Altmatt und in Steinen. Die Vorstösseder Scheidewände sind zuweilen dadurch unterbrochen, dass einzelneBalkenköpfe mit Schwalbenschwanzzapfen in die äussere Wand einge-nuthet sind.
Der einzige Schornstein für den Ofen des Wohnzimmers und derKüchenheerd ist aus Backsteinen gemauert und mit einem gewölbtenHut versehen, dessen Widerlager verankert sind. Oft zieht auch derRauch durch einen bis unter das Dach offenen Küchenraum und durchkleine Giebellucken nach Aussen.
Das Haasehöfli bei Steinen,
Kanton Schwyz. Tafel 16.
In der Natur giebt die hier dargestellte südöstliche Ansicht diesesalten Blockhauses ein Bild von der lebhaftesten Farbenwirkung. Dastiefe Rothbraun der Holzwände, das Silbergrau der Dachschindeln undder weisse Kalkanstrich der Mauern verbindet sich mit dem Grün desRebstocks und der umgebenden Landschaft höchst vortheilhaft.
Der Grundriss ist auf Taf. 15 dargestellt. Im Nebengebäudesind Kuh- und Ziegen- Stallungen nebst Heuspeicher untergebracht.
Das Pfarrhaus in Steinen,Kanton Schwyz. Tafel 17.
ist von den zum Kirchspiel Steinen gehörigen Gemeinden im Jahr 1653erbaut worden und zeigt denselben Blockbau wie Taf. 15 in Ver-bindung mit dem hohen Ziegeldach, welches bei öffentlichen Bautenseit Einführung des Ziegelbrennens in jener Gegend dem flachenSchindeldach vorgezogen wurde. Die Gespärre bilden einen unmerk-
lich stumpfen Winkel und ruhen auf den über den Dielen des Dach-bodens um 0,78m. erhöhten Seitenwänden, um mit Zuziehung der Auf-schieblinge den Seitenlauben die erforderliche Höhe zu geben. Beidem Grundriss Fig. II. sind die späteren Anbauten blass schraffirt.
Am vorderen Giebel liegt eine die halbe Tiefe des Hauses ein-nehmende Dachkammer, deren Seitenwände die mittleren Dachpfettenauf gleiche Länge tragen. Von da bis zum hinteren Giebel, im offenenDachraum, sind diese Pfetten nicht unterstützt. Die hintere 8,4m. langeGiebelwand ist dadurch gebunden, dass zu beiden Seiten des anstos-senden Schornsteins kurze Blockbalken jene Wand kreuzen und nachAussen um 15cm., nach Innen um 45cm. vorstossen. Die Dielen überdem Hausgang liegen längs desselben auf neun Unterzügen, davon zweiden verlängerten Balken der Scheidewände angehören. Die Schwellender Thüren stehen 9cm. über dem Boden und halten die Wände zu-sammen. Hinter der äusseren gestemmten Brüstung der Fenster wer-den die Laden in die Höhe gezogen. Das Wohnzimmer ist durch ge-stemmtes Wand- und Decken- Getäfel, im Anschluss an ein reichesantikes Deckengesimse und durch Schnitzwerke an den eichenen Thür-pfosten, bestehend aus Muscheln, Blättern, Blumen und Früchten, ge-schmückt.**)
Heuschoppen und Stallung in Flüelen,
Kanton Uri. Tafel 18.
Fig. I. dieser Tafel zeigt die Ansicht, Fig. II. den Querschnitt,Fig. III. den halben Längenschnitt und Fig. IV. den Grundriss desGiebels von einem Heuschoppen mit Stallung, wie man viele dergleichenim Reussthale zwischen Flüelen und Altdorf antrifft. Das Holzwerkdieser oft mehrere hundert Jahre alten Schoppen hat sich sehr gutconservirt, indem die Luft überall freien Zutritt unter dem schützendenDache hat. Bei dem Eckverband der Wände, Fig. V., überschneidensich die Balken in 6cm. weiten Zwischenräumen für den Luftzug. Letz-tere sind von Meter zu Meter mit kurzen Klötzchen gegen den Druckdes Daches ausgestellt. Das Heu ist gegen die Dünste der unterenStallung durch ein vernuthetes 12cm. starkes Diebelgebälke geschütztwelches auf sechs starken Unterzügen ruht.
*) Die Giebelfronte ist 9,24 m. lang; die Lauben haben überall 1 m. Vor-sprung; das Dach hat 2,4 m. Ausladung; der Bogen am Giebel ladet 1,65 m.aus und hat im Lichten 6,84 m.; die Eckständer sind 0,3 auf 0,6 m. stark.**) Die Stockhöhen betragen im Lichten beim unteren Stock 2,25 m., oben 2,2m.,im Dach 2,31 m.
Die Umfangswände sind 13,5 cm. dick;
Die Scheidewände 13,2 cm., die Vorstösse 15 cm. stark;
Die Dachpfetten sind 15 auf 30 cm.;
Die Grundschwellen 16,5 auf 30 cm.;
Die Sparren vor dem Giebel 13,5 auf 18 cm., und im Dachstock 13,5 auf15 cm. stark.