auf dem vorbemerkten Unterzug ruht und deren Rahmholz zugleichdie Fusspfette des Daches bildet. Unter diesem Gesichtspunkt er-setzen die äussersten profilirten Büge unter der vorspringenden Pfette,die bei der Riegelwand nöthigen Streben. Ueber jedem jener Trägersteht ein Pfosten auf der Schwelle eingezapft und alle Pfosten sinddurch den durchlaufenden Brustriegel verbunden.
Die Thüren, Fenster und Laden.
Die Hausthüre besteht aus 6cm. dicken Bohlen mit eingescho-benen Leisten. Die Zimmerthüren sind einfach gestemmt. Die jetztfehlenden Laden zu den zweiflüglichten Fenstern in Sprossenrahmenwaren früher nach Berner Oberlandsitte als Klappläden oben umCharniere drehbar in die Höhe zu heben und mit einer Spreitzstange
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von der Fensterbank aus offen zu halten. Die Wände des Wohn-und Schlafzimmers sind im Innern einfach getäfelt.
Der Schornstein.
Die Construction des pyramidalischen Schornsteins aus ver-nutheten Bohlen, davon die Untersten in sehr starke im Blockverbanddoppelt aufeinander liegende Schwellen eingesetzt sind, geht ausTaf. 6 Fig. V. hervor. Ueber Dach sind diese Bohlen ausserhalbüberschindelt und mit zwei schiefliegenden gleichfalls überschindeltenBohlen bedeckt, welche mittelst leichter Ketten und Drahtzüge, umCharniere drehbar, beliebig geöffnet und geschlossen werden. Sinddiese Klappen geöffnet, so bildet der weite zum Räuchern des Fleischesbenutzte Schornstein ein Oberlicht für die Küche.
Der Riegel- und Ständerbau.
Der Meierhof in Höng,
Kanton Zürich. Tafel 8.
Der freundliche Eindruck dieses, gegen Ende des vorigen Jahr-hunderts erbauten Hauses, sowie auch der auf Taf. 9 dargestelltenHäuser, beruht auf dem schmucken Aussehen, welches durch den Ge-gensatz des roth angestrichenen Holzwerks und der grünen Fenster-laden mit den roth und weiss gesprenkelten Mauerflächen bedingt wird.Dieses Sprenkeln entsteht dadurch, dass in den weissen Mörtel derbreiten Fugen, oder in den Verputz, kleine rothe Steinstückchen sorg-fältig eingekeilt werden.
Die Mauern sind aus demselben rothen Stein ausgeführt, der alsFindling unter dem Namen ,, rother Ackerstein" bekannt ist, und inder Gegend des Wallensees und im Sernft- Thale, Kanton Glarus alsSernftgestein ansteht.
Seitenthüre. Die Einrichtung der Fensterladen ist wie bei der Manne-berger Mühle. Die obersten fünf Fenster im Giebel sind durch feineHolzgitter geschlossen, um den Dachraum als Trockenboden zu be-
nutzen.
Fig. 42. Maasstab 1: 300.
Fig. 43.
Fig. 40. Maasstab 1: 300.
Fig. 41.
Fig. 40. zeigt den Grundriss des Hauses. An den Hausgangschliessen sich Scheuer uud Stallung mit dem eingebauten Abort. Dermit Balkendecke versehene Keller liegt drei Stufen unter dem Terrain.Ausser der Treppe vor der Hausthüre führen noch sechs Stufen imHausgang auf das untere Geschoss. Die Küche in der Mitte, einevordere und eine hintere Wohnstube bilden die ganze Eintheilung.Oben entspricht der Küche ein Vorplatz, von wo nach beiden Seitenzwei Zimmer zugänglich sind. Fig. 41. zeigt die Anordnung desDachstuhls. Zwischen den vier liegenden Stühlen und den beiden Gie-beln überschneidet sich die mittlere Pfette mit den Andreaskreuzenauf Halbholz, wodurch die Längenverstrebung und die Stütze derLehrgespärre gebildet wird.
Haus zu Schirmensee bei Rapperschwyl,
Kanton Zürich. Tafel 8.
Dieses nahe am Züricher See gelegene Haus ist nach der In-schrift über der Hausthüre im Jahr 1673 erbaut. Der hohe steinerneUnterbau unter den Riegelwänden mit der malerischen Treppenanlageist durch zwei übereinander liegende Keller bedingt. Zu dem unterenhohen Keller, dessen Gewölbe sich auf die Umfangsmauern des Hausesund auf eine Säule in der Mitte stützen, führt die Thüre unter derVortreppe, zu dem oberen nur 1,5 m. hohen Balkenkeller aber die
Fig. 42. giebt den Grundriss; der Hausgang trennt zwei Woh-
nungen.
Das grössere Wohnzimmer gegen Süden hat eine casettirte reichprofilirte Holzdecke, deren Wandgesimse Fig. 43. zeigt. Das Dachruht zwischen den Giebeln auf drei liegenden Stuhlbindern.
Haus Nägeli in Fluntern,
Kanton Zürich. Tafel 9.
Dieses in Fluntern, einer Aussengemeinde Zürichs im Jahr 1726erbaute Wohnhaus ist im Wesentlichen ein Steinbau. Nur das nachallen Seiten weit überstehende Dach zeigt die bei den Fachwerk-häusern übliche Anordnung und trägt hier in Verbindung mit demFachwerk des oberen Geschosses an den Traufseiten und der offenendurch das Dach geschützten Gallerie, sehr zu dem malerischen Cha-rakter des Hauses bei.
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44.
Die Anordnung des Grundrisses zeigt Fig.Das Wohnzimmer in der südlichen Eckeist mit nussbaumenem Getäfel versehen undzierlich profilirte Leisten theilen die Decke infünf Felder, davon das mittelste achteckige dasin Oel gemalte Familienwappen trägt. Unterden in der sonnigen Ecke zusammengedrängtenFenstern sind in den Nischen Sitzbänke ange-bracht, die zugleich als verschliessbare Kastendienen. Die im oberen Geschoss nach Aussengegen die Hofseite vortretende Gallerie ruhtauf den durchgehenden Geschossbalken und endigt hinten in einendurch beide Geschosse gehenden Bretterverschlag, der den Abort ent-hält. Das Dach ruht zwischen den beiden Giebelmauern auf einemliegenden Stuhlbinder. Der in der Abbildung sichtbare Schornsteinzeigt unter seinem Hut eine Reihe consolartig vorstehender Back-steine, welche früher den äusseren Mantel von gestellten Dachziegelntrugen.
Fig. 44. Maasstab 1: 300.