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1 (1882) Der schweizer Holzstyl : in seinen cantonalen und constructiven Verschiedenheiten vergleichend dargestellt mit Holzbauten Deutschlands. 1(1882).
Entstehung
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3.) Aus der Firstpfette oder dem sogenannten Firstbaum.4.) Aus dem 135 cm. tiefer liegenden sogenannten Katzenbaum, welchermit den Pfosten überschnitten ist.

An diesen werden Rollen zum Aufziehen der Lasten angehängt,die Rollen bestehen nach Fig. 31 mit Ausnahme der eisernen Achsenaus Holz.

Fig. 31.

5.) Aus den drei unteren Pfetten der bei-den Stockwerke und des Kniestocks,welche auch mit den Bundpfostenüberschnitten und wie diese für dieBohlen der Scheidewände ausgenuthetsind.

6.) Aus einer Reihe von Windstreben,welche halb und halb an ihren Kno-tenpunkten überschnitten, mit denPfosten, und den beiden oberen hori-zontalen Hölzern eine Reihe festerDreiecke bilden und die hohe Wandgegen ein Verschieben nach der Längevollständig sichern. Augenscheinlichsind die grössten Streben gegen dieWestseite gerichtet.

Wenn bei hohen Giebeldächern ein kräftiger Längenverband wesent-lich ist, so entspricht hiernach diese Wand dem Zwecke so vollständig,dass in den Dachflächen selbst keine weitere Verstrebung als die durchdie Latten gebildete nöthig wurde.

Die Sparren oder sog. Raffen liegen 90 bis 150 cm. auseinander undtragen sich von der Firstpfette an auf 12 cm. frei. Die Dachröschen sindungleich, da die das Dach stützende Scheidewand nicht in der Mittelliniedes Hauses liegt.

Vor die Tennen und Stallungen bauen sich die sog. Vorbrücken,verschalte und als Speicher benutzte Räume unter dem vorspringendenDache, wobei die äusserste Pfette nach Fig. 33. auf alle 1,5 cm. durcheine mit Holzkeilen befestigte Zange beigehalten wird.

Die Eindeckung des Daches.

Die 20 bis 30 cm. dicke Strohdecke ruht auf Latten von 3 cm. Dickeund 9 cm. Breite, welche alle 30 bis 36 cm, von Mitte zu Mitte entfernt,mit Holznägeln auf den Sparren befestigt sind. Mit jeder Latte corres-pondirt eine etwa fingerdicke Dachruthe, welche auf alle 30 cm. mit Band-weiden an die Latten gebunden sind und das 2 bis 2,4 cm. lange Strohbeihalten. An der First ist das Stroh um die Spitze des Daches herum-gebogen und durch mehrere Reihen krumm gebogener Gerten auf alle30 cm. Weite übersteckt.

Fussböden und Decken.

Der Boden des Wohn- und Schlafzimmers ist mit starken überfalzten Dielen belegt; eben so der des 18 cm. tiefer liegenden Hausgangs.Die Deckenconstruction über diesen Räumen zeigt Fig. 34., wo zwischen

Fig. 32. Maasstab 1: 200.

Die seitliche Ausbiegung der so construirten Langwand wird durchdie im Querschnitt Fig. 32. ersichtlichen beiden Streben den sog. Sperr-raffen von 15 auf 21 cm. Stärke verhindert und deren lothrechter Standgesichert. Dieselben wiederholen sich bei jedem Bundpfosten und bildendas einzige unterscheidende Merkmal der Construction der Bund- undLehr- Gespärre.

Fig. 34.

6,6 cm. dicken ausgenutheten Bohlen abwechselnd 3,3 cm. dicke einge-schoben sind. Eine dieser Bohlen steht keilartig vor der vorderen Haus-flucht aus dem Fenstersturzriegel vor, um beim Eintrocknen der Dielenderen Fugen schliessen zu können. Nur ein Unterzug von 22,5 cm. Breiteund 18 cm. Höhe stützt die Bohlendecke in ihrer Mitte. Der Küchenbodenist mit grossen Sandsteinplatten belegt, derjenige der Dreschtenne mitLehmschlag versehen und der Stall gepflastert.

Die Feuerungsanlagen.

Der weite Kachelofen im Wohnzimmer wird von der Küche ausgeheizt. Ueber demselben befindet sich in der Decke eine Fallthüre, diezur Erwärmung der oberen Kammer geöffnet wird. Den Zutritt zu dieserThüre bilden einige gemauerte Stufen zwischen dem Ofen und der Scheide-wand. Der jetzige Rauchfang über dem Küchenheerd wie der von Ziegel-steinen erbaute Schornstein sind neu angelegt. Der alte Rauchfang istin Fig. 32. angedeutet. Fig. 35. zeigt den Quer- und Längenschnitteines grösseren Rauchfanges dieser Art aus den benachbarten Wald-

Fig. 35. Maasstab 1: 100.

Fig. 33. Maasstab 1: 75.

häusern. Ein korbartiges Flechtwerk von Ruthen und Reisig ist 18bis 21 cm. dick mit einer Masse von Lehm und Heckerling überzogenund über einer entsprechenden Oeffnung in der Küchendecke auf kurzePföstchen aufgesetzt, so dass der Rauch zwischen diesen Pföstchen inden Dachraum und durch kleine Dachlucken ins Freie ziehen kann.4