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Zu der Wohnung auf der Nordseite, welche wegen des gewölbtenKellers etwas höher als Erstere liegt, führen zwei Hausthüren, dieEine zur Küche m, die Andere zu dem Hausgang b.
Das Wohnzimmer ist mit n, das Schlafzimmer mit p und die Treppezum Kniestock mit q bezeichnet. Ein Theil des Kuhstalls f, der Tenne hund des Dachspeichers gehören zu dieser Wohnung ohne besondereAbscheidungswände.
Auf ähnliche Weise wiederholt sich in fast umgekehrter Ordnungdie Einrichtung der beiden anderen in der Verlängerung des Hauses an-grenzenden Wohnungen, so dass sich zunächst an die Tenne h der Kuh-stall, dann die Tenne, der Hausgang und die Zimmer anschliessen.Dabei sind die Mauern durch Holzwände ersetzt; die Wohnungentragen die Jahreszahl 1724, sind also neueren Ursprungs.
Die Umfangswände.
Die Westseite des Hauses wie auch die Zimmer der Nordseite sinddurch eine 60cm. dicke Bruchsteinmauer begrenzt. Dieselbe steht 135cm.von der südlichen Hauptfronte zum Schutz gegen die Weststürme vor.Im Uebrigen bestehen die Um-fangs- und Scheidewände aus einemverstrebten Ständerwerk mit ein-genutheten 6 cm. dicken Bohlen;wobei die Hauptpfosten durch diebeiden Stockwerke und den Knie-stock durchgreifen. Die eichenenSchwellen sind nach Fig. 25. anden Knotenpunkten mit Schlitz-zapfen und Holznägeln verbunden.Sie haben eine ungewöhnliche Stärkevon 48 bis 66cm. Höhe und 30 bis36cm. Breite.
Fig. 25.
Die eichenen Fensterbrustriegel von 21 auf 45cm. Stärke sind nachTafel 2. Fig. III. und IV. in althergebrachter Weise verziert. Die Enden
Fig. 26.
dieser Riegel greifen wie der Thür-sturtz( Fig. 23.) profilirt über dieStänder, wodurch die Fugen ihrerZapfen verdeckt werden. Allesübrige Holzwerk mit Ausnahmeder Ständer an der Tenne ist vonTannenholz.
Die nach Fig. 26. sehr scharfgefugten, schwalbenschwanzartigüberblatteten Holzverbindungensind mit vierkantigen 3 cm. star-ken Nägeln aus trocknem hartenHolze, mit achteckig sauber ge-schnitzen Köpfen vorstehend be-festigt.
Dachconstruction.
Wenn die durch die Eindeckung belasteten Sparren eines Dachesan ihren Enden durch den Spannbalken gebunden sind, und mit dem-selben ein unverschiebliches Dreieck bilden, so kann nur ein senkrechterDruck auf die Umfangswände stattfinden. Wird aber der Spannbalkendurchschnitten, so wirkt er aus der Zerlegung der Dachlasten entstehendeHorizontalschub auf den Umsturz der Wände nach Aussen und bei dercharnierartigen Verbindung der Sparren wird mit jener Bewegung zugleicheine Senkung der Firstlinie verbunden sein. Verlegen wir dagegen diestützenden Wände von dem Schwerpunkte des Daches nach Innen zu, sowird umgekehrt ein Weichen der Wände nach Innen und eine Hebungder Firstlinie eintreten. Soll daher, wenn die Horizontalspannung am Fussder Gespärre aufgehoben ist, die Bewegung der Stützwände nach Aussenwie nach Innen vermindert werden, so müssen dieselben unter die Schwer-linie der Dachflächen gestellt und ihre Stabilität durch gegenseitigeVersteifung gesichert werden.
Hierauf beruht die Dachconstruction von den Blockhäusern derSchweiz, sowohl der flachen mit Steinen belasteten( Fig. 27) als auch derhohen nur mit Schindeln gedeckten Dächer. Die Sparren liegen auf denobersten Blockbalken der Langwände ohne irgend eine horizontale Ver-spannung unter sich; die Giebelwände aber und die inneren Querwändestellen jene Versteifung der stützenden Langwände aufs vollkommenste her.
Fig. 27. Maasstab: 1: 150.
Bei den Aargauer Strohdächern hingegen ist die Firstpfette durcheine festverstrebte Langwand gestützt und damit der Eingangs erwähntenSenkung der Dachfirste begegnet. Bei den Umfangswänden findet alsokein Schub nach Aussen son-dern ein Druck nach Innen statt,dem durch eine Verstrebungmittelst der Querwände( Tafel 5.Fig. I. und II.) begegnet ist.Die Sparren dieser Dächer sindunbeschlagen, rund, an ihrem30 cm. dicken Stammende überder Firstpfette nach Fig. 28.scharnierartig verbunden, da amdicken Ende das Scharnier bessergegen das Ausreissen geschütztist; am 15cm. dicken Fussenderuhen sie ohne weitere Verbin-dung auf den durch die vor-stehenden Bundbalken getragenen und weiterhin auf den durch Stre-ben gestützten Pfetten.( Tafel 5. Fig. I. und II).
Fig. 28.
Fig. 29. Maasstab: 1: 150.
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Fig. 29 stellt das halbe Haus von der Südseite dar, so dass dieLangwand unter der Firstpfette hinter der Vorderwand des Hauses sicht-bar wird. Die Langwand, welche eine wesentliche Stütze der Gespärreund zugleich die Scheidewand der Wohnzimmer und der übrigen Haus-räumlichkeiten bildet, besteht:
Fig. 30.
1) aus der starken eichenen Grundschwelle desErdgeschosses;
2) aus den durch das ganze Gebäude bis unterdie Dachfirste reichenden Hauptbundpfosten,deren Entfernung von 2,1m. bis 5,9m. derStellung der inneren Querwände entspricht undderen untere Stärke von 45-51cm. Breite und30-36cm. Dicke sich nach der Natur des 15m.hohen Baumstammes gegen oben verjüngt. Indiese sog. Hochstüden ist auf alle 90cm, ein15cm. vorstehender starker Holznagel als Lei-tersprossen eingelassen.
Zuweilen( wenn durch Reparaturen ver-anlasst) besteht der Pfosten aus einem kurzenStück von Eichenholz und einem längeren vonTannenholz, deren Stossfuge durch einen ange-nagelten Leiterbaum nach Fig. 30 verstärkt ist.