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1 (1882) Der schweizer Holzstyl : in seinen cantonalen und constructiven Verschiedenheiten vergleichend dargestellt mit Holzbauten Deutschlands. 1(1882).
Entstehung
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der noch erhaltenen alten Fenster der oberen Stockwerke durch ver-bleibte Scheiben ersetzt worden. Die Construction der Letzteren gehtaus Fig. 22. hervor, wo die tannenen Doppelfenster des oberen Stocksdargestellt sind, nämlich a Ansicht, 6 Horizontalschnitt durch die Mittec Höhenschnitt, d der verschiebbare Flügel, e der Sperrhaken für denmittelst eines Seiles aufgezogenen Laden.

Ein solches Fenster ist vermöge seiner ausserordentlich geringenHolzstärken sehr leicht und besteht aus einem einzigen aufgehendenFlügel, der durch zwei ausgenuthete Querschenkel das Seitwärtsschie-ben des kleinen auf drei Seiten gefederten Flügels gestattet.

Bei den vier Fenstern des Dachzimmers wiederholt sich die ähnlicheConstruction, der ganze Flügel ist jedoch feststehend, seine Rahmen zuden in Blei gefassten Scheiben bilden zugleich die Futterrahmen und dervon den beiden doppelt ausgenutheten Querschenkeln gebildete Theil be-steht aus zwei grossen voreinander herlaufenden Schiebrahmen gleich d Fig.22., so dass beliebig die rechte oder linke Hälfte geöffnet werden kann.

Die Läden.

Hier werden beim Schliessen die Läden mit Ausnahme deruntersten Klappläden aufwärts geschoben.

Die ausgenutheten Bohlenständer vor den Eckpfosten sind aufTafel 4. Fig. VI. in der Ansicht, Fig. VII. im Gurndriss, Fig. VIII.

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im Profil und die vor den Mittelpfosten Fig. IX. im Grundriss dar-gestellt.

Jeder Ständer ist mit zwei starken eisernen Nägeln, deren Köpfe39mm. breit und verzinnt sind, an den Fensterpfosten befestigt und ober-halb in eine durch drei profilirte Leisten gezierte Querbohle eingezapft.Unterhalb dient eine bündig unterschnittene Bohle zur Querverspannungin deren Mitte eine Zierleiste aufgenagelt ist. Wo aber, wie bei denFenstern des oberen Stocks, eine geringere Constructionshöhe für die Lä-den disponibel war, fehlen die unteren Querbohlen, und die vorge-nannten Zierleisten müssen dieselben ersetzen, Fig. I. rechts.

Die beweglichen Läden bestehen aus 2,1cm. dicken Brettern, welchedurch zwei Hirnleisten versteift sind. Die ohere Hirnleiste ist miteinem seitwärts über die Ständer greifenden Deckbrett, Fig. VI. undVII., zur besseren Regulirung der Bewegung versehen, welche vorzugs-weise von den Federn an den Enden der Hirnleisten geleitet wird.Unter jenem Deckbrett und ausserhalb auf den Ladenbrettern befin-den sich aufgenagelte Zierleisten.

Endlich sind zierlich ausgeschnittene Bretter auf den Seiten derLadenstelle der beiden Stockwerke eingenuthet, dagegen im DachstockFig. I. die in gleicher Weise ausgeschnittenen Bretter in senkrechterRichtung gegen die Wand stumpf neben die Ladenständer angestossen.

Das Haus der Gebrüder Schmidt

zu Büelisacker, Kanton Aargau.( Tafel 5.)

Das

as Haus der Gebrüder Schmidt zu Büelisacker im Bünzthaleist nach der Inschrift über der Hausthüre( Fig. 23.) im Jahre 1669 durchden Zimmermeister Heinrich Vockh von Anglikon erbaut worden.

LVDEN AMBT IOHANES SCHMIDT GENAMBT INDEM BORWILER AMBT BOWHERR

HEINRICH VOCKH ZIMBERMAN ZVO ANGLIGCKHON ANNO 1669 IAHR.

Süden hat. Die Treppe g führt zu dem oberen Boden, welcher dreiSchlafkammern über den unteren Räumen b, c, d enthält, und von dazu dem Kniestock, der als Speicher über jenen Kammern benutzt wird.Alle übrigen Räume über dem nur 1,9m. hohen Kuhstall wieüber der mit einem Diebelgebälke versehenen Tenne h, sind weiteSpeicherräume ohne alle Zwischengebälke bis unter das Dach. DieTreppe i führt aus der Küche in den gewölbten Keller. Der Abtritt küber der Jauchengrube ist vorgebaut. Die Hofraithe umfasst fernerdie Fahrwege von den Scheuertennen auf die Strasse, einen laufendenBrunnen, ein Bienenhaus, einen geräumigen Schweinstall und einenzwei Stock hohen Fruchtspeicher mit Kelterhaus, sämmtlich in Holzerbaut.

Fig. 23. Maasstab: 1: 15.

Es steht mit der westlichen Walmseite an der Strasse von Muri nachLenzburg und mit der südlichen Langseite als Hauptfronte gegen denHausgarten, von dem es durch einen gepflasterten Fussweg getrenntist. Unter seinem mächtigen Dache, welches auf beiden Langseiten 3,54m.vorspringt und die gepflasterten Zugänge schützt, birgt es die Wohnun-gen von vier Familien mit den zugehörigen Stallungen, Tennen undSpeichern. Wie bei den meisten älteren Bauernhäusern des Kantons Aar-gau dient eine Langwand unter der First des Daches mit als Stützedesselben. Das Dach gestattet durch seine Höhe die Aufspeicherunggrosser Vorräthe für die Landwirthschaft und ist mit Stroh eingedeckt.Diese wegen Feuersgefahr jetzt verbotene Deckungsweise bietet indessenbei Oeconomiebauten entschiedene Vorzüge, da sie im Winter einenwarmen, im Sommer einen kühlen Raum gewährt und besser als jedeandere gegen Feuchtigkeit schützt. Sodann produzirt der Landmanndas Material selbst und kann es auch leicht selbst verarbeiten.

Der Grundriss des Erdgeschosses( Fig. 24) zeigt nur die Hälfte desHauses von 41m. Länge und 14,16m. Breite, mit zwei Wohnungen, wo-bei die südliche geräumigere als Hauptwohnung zu betrachten und unver-ändert geblieben ist. Die Hausthüre a zu dieser Wohnung führt aufden Gang b, links zu dem Wohnzimmer c, Schlafzimmer d und Küche e,rechts zu dem Kuhstall f, der zwei weitere Thüren gegen Norden und

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Fig. 24. Maasstab: 1: 200.

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