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1 (1882) Der schweizer Holzstyl : in seinen cantonalen und constructiven Verschiedenheiten vergleichend dargestellt mit Holzbauten Deutschlands. 1(1882).
Entstehung
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zur Erhellung der Flur. Das Wohnzimmer hat 4 gekuppelte Fenster,einen grossen Kachelofen, eine Thüre zum Schlafzimmer und eineandere zur Küche

g.

In dem kleinen Schlafzimmer stehen ausser dem breiten Betteneben der Küchenthüre, eine Hobel- und eine Dreh- Bank vor den3 gekuppelten Fenstern und weisen auf eine Verbindung des Hand-werks mit dem Ackerbau und der Weberei, welche die Bewohner be-treiben. Die geräumige Küche gegen Norden hat ferner noch zweiThüren, die Eine gegen Osten nach Aussen, die Andere nach demHolzbehälter h, welcher einen Ausgang nach Norden und an seinerDecke eine Fallthüre zu der darüber liegenden Laube i des oberenStockes hat, um Vorräthe von Holz etc. unterzuschaffen.

Auf diese Weise sind nur die gegen Südosten gerichteten Wohn-und Schlaf- Zimmer des Erdgeschosses von der directen Verbindungmit Aussen abgeschlossen, während alle übrigen Räume desselben einefreie Circulation mit den vier Aussenseiten und die Verbindung mitScheuer und Stallung vermitteln.

Zu dem Kellerstock führt eine gemauerte Treppe von der Kücheaus und darüber liegend eine einarmige Holztreppe zum oberen Stock.Der Kellerstock enthält eine Webstube k von 3 niedrigen breitenfast die ganze Giebelfronte einnehmenden Fenstern beleuchtet undeinen Raum für Wintervorräthe, dessen Fenster unter der Treppezur Hausthüre führt.

Der obere Stock enthält den Vorplatz m mit der Treppe zumDachstock, den geräumigen Schornsteinbusen und 3 Thüren zu denSchlafzimmern n, o und der Laube p, worin ein Abtritt, der seinLicht durch Oeffnungen in der Bretterbekleidung erhält. Jedes derSchlafzimmer n, o hat 2 Kuppelfenster und erhält im Winter nur

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so viel Wärme als der dünne Fussboden von den unteren erheiztenRäumen abgiebt. Denn ausser dem genannten Stubenofen und demKüchenheerd, sowie einem kleinen Heerd in der Webstube, welcheihren Rauch durch den einzigen Schornstein des Hauses abführen,sind keine Feuerungsanlagen vorhanden.

Der Dachstock enthält das von 4 Kuppelfenstern erhellte Zimmerq, zu dessen Seite die Räume unter der Dachschräge zur Aufbewah-rung von Geräthen dienen.

Die Giebelseite des Hauses, Tafel 3., spiegelt die vordere Grund-risseintheilung sowohl durch die in den beiden Hauptgeschossen durch-laufenden Eck- und Wand- Ständer, als auch durch die verschiedenenFenstergruppen auf ungezwungene natürliche Weise und wenn auchnicht in ganz strenger Symmetrie, so stellt doch die Regelmässigkeitdes Dachgiebels das Gleichgewicht wieder her und erhöht die male-rische Wirkung der hier allein aus dem Innern hervorgegangenenäusseren Erscheinung.

Die Holzfarbe des Hauses ist an den Wänden soweit die Roth-tanne der Sonne ausgesetzt ist, dunkelbraunroth, sammetartig glänzend;bei den Untersichten des Dachvorsprungs oder wo der Regen mehranschlägt, wie bei dem vortretenden Holzwerk des Giebels und beiden Dachschindeln, dagegen aschgrau, in der Sonne hellglänzend. Diekleinen in Blei gefassten Fensterscheiben spiegeln das Blau des Him-mels und vermitteln den Gegensatz der beiden Naturfarben des Holzes.Es ist unzweifelhaft dass diese kleinen Scheiben das Haus viel grössererscheinen lassen als es wirklich ist, indem sich das leichtfasslicheund dem Auge naheliegende Maass der Scheibchen periodisch an derganzen Façade wiederholt.*)

Technische Baubeschreibung.

Fig. 16.

Mauern und Wände.

Die Kellermauern und Fundamente sind 0,51 m. dick von rauhenBruchsteinen in Mörtel bis zum Auflager der Schwellen aufgeführt,und theilen mit diesen den Höhenunterschied, da die Schwellen derGiebelfronten 30 mm. höher als die der Seiten liegen. Am vorderenGiebel reicht die Mauer zwischen den Eckpfeilern des Hauses auf5,9 m. Länge, nur bis zur Höhe des umliegenden Bodens wegen derFensteranlage für die Webstube im Kellerstock.

Die Giebelschwelle a Fig. 16. ist auf diese Länge durch denUnterzug 6 und die Pfosten c gestützt. Die 10,5 cm. auf 12 cm. starkenHölzer d der Vorwand, woran die Fenster der Webstube von Innenund deren Aufklappläden von Aussen in Falzen anschlagen, stellensich zwischen die Eckpfeiler dicht vor den Unterzug 6 und die Pfostenc, damit die Klappläden beim Aufrichten nicht durch die oberhalbvorstehenden Läden des Erdgeschosses gehindert werden.

Die Brüstung der unteren Giebelfenster besteht nach Fig. 16. auseiner, mit Backstein ausgemauerten Riegelwand.

Die Schwellen greifen mit Ueberschneidungen mit langen nachAussen vorstehenden und durch einen starken Holznagel gesichertenZapfen nach Fig. 16. ineinander.

Das Holzgerippe der Umfangswände besteht aus den Schwellen,Pfetten und den an den Ecken und Knotenpunkten der Scheidewändedurch 2 Stockwerke reichenden Pfosten, welche seitwärts durch dieeingezapften Brust- und Sturz- Riegel der Fenster und Deckhölzer derThüre verspannt sind. Dazwischen reihen sich die oben und unteneingezapften Pfosten der Fenster und Thüren. Die oberen Zapfenderselben wurden beim Neubau um 2 cm. bis 4,5 cm. schwebend erhaltenbis sie sich nach dem Eintrocknen der liegenden Zwischenbohlen festaufsetzen.

Zur Versteifung der so rechtwinklig sich kreuzenden Hölzerdienen kurze Büge, welche bei den oberen Ecken mit der äusserenFlucht der Wandhölzer bündig im Schwalbenschwanz überschnittensind und nur die halbe Dicke derselben haben um die eingenuthetenBohlen dahinter durchlaufen zu lassen. Diese kurzen Büge fehlen nuran der vorderen Giebelfronte, wo die Bohlen mit der äusseren Wand-flucht bündig liegen. Die liegenden Bohlen, welche die Gefache derWandgerippe ausfüllen und verspannen, sind sowohl unter sich alsauch mit den Wandhölzern vernuthet wie Fig. 17. und die Constructiondes vorderen Giebels, Tafel 4. Fig. II., zeigen.

*) Siehe den Artikel ,, échelle" im dictionnaire raisonné von Viollet- le- duc.