Züge behalten ihre symmetrische Form auch bei dem steigenden Ge-länder Fig. 12., und sind nicht nach der schrägen Steigung in widrigeKurven verschoben.
Fig. 12. Maasstab: 1: 25.
Die Knöpfe der Eckstäbe bilden Hohlkugeln von 11,4 cm. Durch-messer aus zwei Halbkugeln von dünnem Blech, zwischen denen einedünne Blechscheibe mit vorstehendem Rande als eine feste Horizontal-ebene gegen äussere Einbiegungen eingelegt ist. Diese drei Theilesind zum Einlassen in den Stab durchlöchert, welcher von da in cylin-drischer Form durch die Hohlung der Kugel durchgeht und oben ineinem Schraubengewinde endigt, Taf. 2. Fig. IX. und X. Die auf-gesetzte Schraubenmutter presst sodann alle Theile fest zusammenund das Stabende ist zum vollen Schluss noch vernietet.
Die vom Hofe in den Mühlraum führende Treppe ist von Eichen-holz, alle übrigen Treppen sind von Tannenholz. Die Tritte sind instarke Wangen eingeschoben und ohne Futterbretter; dagegen sinddie beiden Stockstiegen unterhalb und seitwärts mit Brettern verschalt;dieselben haben sehr bescheidene Dimensionen: ihre Breite mit denWangen beträgt 90 cm., die Wangen sind 15 auf 18 cm. stark, dieTritte 3 cm. dick und 28,5 cm. breit. Sie überdecken sich um 12 cm.,so dass der eigentliche Auftritt nur 16,5 cm. und die Steigung 21 cm.beträgt. Aehnlich sind die Dimensionen der übrigen Holztreppen.
Haus- und Zimmer- Thüren.
Die vordere Hausthüre ist einflügelig von Tannenholz, im Lichten0,93 m. auf 1,845 m., mit einem kleinen Oberlicht über dem Thürriegel.Sie besteht aus 3,3 cm. starken Dielen, von Innen mit zwei Einschub-leisten, von Aussen mit 1,95 cm. starken Rahmleisten so verdoppelt,dass die Dielen in 2 Füllungen sichtbar bleiben.
Zwei Langbänder auf den Einschubleisten in Kloben, ein Thür-klopfer und ein deutsches Druckerschloss bilden das Beschläg.
Die zweiflügelige Hausthüre zum vorderen Mühlboden, Tafel 2.Fig. III., ist von gleicher Construction wie die vorige und im Lichten1,53 m. auf 1,92 m. Die tannenen 3,3 cm. dicken Dielen sind hier miteichenen 4,5 cm. auf 6,9 cm. starken Einschubleisten, mit 1,8 cm. dickenstumpf gestossenen aufgenagelten Rahmleisten und mit eichener Schlag-leiste versehen. Eine kleine Lichtöffnung in der Füllung ist miteinem ausgeschnittenen ringsum aufgenagelten Blech geschlossen. DieVerbindung des bogenförmigen Thürgestelles zeigt Fig. IV.
Die Zimmerthüren sind gestemmt mit zwei quadratischen Fül-lungen. Die Thüren im Wohnzimmer sind nebst Futter und Beklei-dung von polirtem Kirschbaumholz, im Lichten 0,93 m. auf 1,86 m.und ihre Profilirung( Fig. 13.) von guter Wirkung.
Fig. 13. Maasstab 1: 5.
Das Beschläg besteht aus Kloben mit Schippen- oder Kreuzbandund deutschem Druckerschloss. Die übrigen Zimmerthüren sind diesenähnlich, jedoch von Tannenholz.
Fenster.
Die acht Fenster des Wohnzimmers und Kabinets im Erdge-schoss sind zweiflügelige Sprossenrahmen neueren Ursprungs. Vonden sieben Fenstern des oberen Stocks über jenen, sind noch einigevon der älteren Bauart erhalten.
Diese sind Sprossenrahmen aus Lerchenholz, im Lichten 0,795 m.auf 1,05 m. und bestehen aus zwei Querflügeln, wovon der untere seit-wärts aufgehende 12 Scheiben, der obere sich nach Oben öffnende4 Scheiben enthält.
Die Holzstärken sind Folgende: Futterrahmen 54 mm. auf 24 mm.,Loosholz 42 mm. auf 39 mm., Flügelrahmen 30 mm. auf 39 mm., mitder entsprechenden Verstärkung durch Wassernasen an den Wetter-schenkeln, Sprossen 21 mm. auf 39 mm.
Fischbänder, Winkelbänder, Knöpfe und Vorreiber bilden dasBeschläg dieser Flügel.
Alle übrigen Fenster sind neuerer Construction und die desErdgeschosses gegen Norden und Osten durch eiserne Gitter nachAussen geschützt.
Läden.
Das Wohnzimmer des Hauses wurde gewöhnlich gegen Süd-westen oder Südosten gelegt und näherte sich der quadratischen Grund-form von 4,5m. bis 6m. Seitenlänge.
Seine geringe Höhe von 2,1 m. bis 2,55 m. und das oft nur voneiner Seite einfallende Licht, welches durch die niedrigen Fenster undderen meistens in Blei gefassten kleinen Scheiben so wie durch dieVordächer beschränkt wurde, bedingten bei der Tiefe des zu erleuch-tenden kleinen Raumes eine möglichst dichte Fensterstellung, die so-genannten Kuppelfenster. Bei vier solcher gekuppelter Fenster kom-men noch Klappläden vor, indem je zwei mittelst Charniere sichdeckender Läden an die Wandpfeiler beiderseits anschlagen. Sobaldaber diese Zahl überschritten wurde, mussten die Läden entwedernach Oben oder nach Unten aufgeklappt oder geschoben werden.
Diese Schiebconstruction wurde dann auch bei weniger als viergekuppelten Fenstern am Hause gleichförmig durchgeführt, auch sozuweilen, dass sich bei zwei Fenstern die Läden seitwärts schoben,ober bei drei Fenstern der mittlere Laden abwärts, die andern beidenaber seitwärts.
Je nach kantonaler Sitte oder nach Maassgabe des disponiblenSpielraums fand die eine oder andere dieser Schiebbewegungen statt.Während die Klappläden der Architektur unsrer modernen Façadennicht immer zur Zierde gereichen und mehr wie ein nothwendigesUebel betrachtet werden, so gewährten die verschiedenen Schiebcon-structionen verbunden mit einem zierlich durchbrochenen und bemaltenLeistenwerk dem alten Schweizerhause den grössten Schmuck. SolcheLäden bildeten mit ihren und der Fenster Umrahmungen das Feldfür phantastische Nachbildungen der Pflanzen- und Thierwelt, Tafel2. Fig. I., so wie für reich stylisirte Schreinerarbeiten, wie das Fensterauf dem Titelblatte von einem Hause bei Wattwyl im Kanton St.Gallen zeigt.
Die Construction der Schiebladen ist von der Bauart des Hausesganz unabhängig und bleibt dieselbe, mag es ein Fachwerk oder einBlockhaus oder ein ganz von Stein erbautes Haus sein, indem beiletzterem zur Befestigung der Ladenrahmen Steinschrauben statt Nägelangewendet wurden.
Es kann hierdurch die ganze Ladeneinrichtung vom Hause ab-genommen werden, ohne die Wandconstruction desselben zu ändern.
Starke Bohlen von 3,75 cm. bis 6,75 cm. Dicke und 9 cm. bis18 cm. Breite sind seitwärts ausgenuthet und mit 2 oder 3 starkenNägeln an die Holzwand oder mit Schrauben an die steinernen Fenster-gestelle befestigt.
Die runden oft verzinnten Nagelköpfe treten an der dunklenHolzwand hell hervor. Die auf zwei Seiten gefederten Laden laufenin den Nuthen der Bohlen und werden mit einem daran befestigtendünnen Seil auf- und abgezogen. Die Querverbindung der Bohlenwurde durch bündig überschnittene oder aufgenagelte Leisten bewirkt.Bei der Manneberger Mühle kommen nur an den 15 Fensternder vorderen Giebelhälfte Läden mit Schiebeinrichtung nach Obendie übrigen Fenster sind mit Klappläden versehen, deren ver-leimte Bretter durch je 2 Einschubleisten versteift sind.
vor,
Die ausgenutheten und an die Fensterpfosten genagelten Bohlen-ständer haben im unteren Stock 6,6 cm. Dicke, im oberen 3,9 cm. Dickeund stehen unten auf den Brüstungsgesimsen. Ihre Breite von 12 cm.bis 15 cm. richtet sich nach der der Fensterpfosten.