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1 (1882) Der schweizer Holzstyl : in seinen cantonalen und constructiven Verschiedenheiten vergleichend dargestellt mit Holzbauten Deutschlands. 1(1882).
Entstehung
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Schornstein.

Der Schornstein ist mit stehenden Backsteinen aufgeführt, sodass er bei einer Höhe von 10 m. die Gebälke weniger belastet. Ob-gleich jetzt solche stehende dünne Steinschichten bei Feuerungsanlagenuntersagt sind, so behandeln wir doch diesen einfachen Gegenstandhier eingänglicher, weil sich die allgemeinen Constructionsprincipiensehr bestimmt dabei nachweisen lassen.

Die Steine des Schornsteinbusens und der Gebälkaufsattlungensind 33 cm. lang, 16,5 cm. breit und 6 cm. dick. Diejenigen des senk-rechten Schlotes und des Hutes sind 28,5 cm. lang, 14,4 cm. breit und4,5 cm. dick. Der Schornstein erhebt sich ringsum frei von allemHolzwerk, wie die Durchschnitte Fig. 4. und 5. zeigen, und seine ge-ringe Wandstärke von 4,5 und 6 cm. ist bei den Gebälken durchliegende Steinschichten, wie Fig. 9. zeigt, verstärkt.

Seine untere Breite von 60 cm. Quadrat erweitert sich vom oberenKehlgebälke an bis unter den Hut allmählich auf 66 cm. und 75 cm.Seitenlänge.

sodann am Fuss des Giebeldaches, endlich am oberen Abschluss desMantels und vertheilen jeden einseitigen Druck gleichmässig auf denganzen Umfang und sämmtliche Stützpunkte.

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Fig. 9.

Der Hut, Fig. 10., wendet seine entsprechende schmale Breite derWetterseite zu. Die weite Mündung des Busens geht in Form einervierseitigen Pyramide innerhalbdes oberen Stocks in die 51 cm.weite Oeffnung des besteigba-ren Schlotes über. Die Grund-fläche dieser Pyramide hat 3,3m.Länge und 2,7 m. Breite. Der48 cm. hohe Fuss derselben ruhtmit sieben gelegten Schichtenauf den ausgewechselten Balkenund Unterzügen. Darauf stüt-zen sich die schräg gestelltenSteine des Busens in kegelarti-ger Ausbauchung der Wände,um einen äusseren Druck aufdie Ecken zu übertragen. So-dann sind die Aussenwände miteinem dicken mit Fruchthülsenvermischten Kalkmörtel über-zogen.

Fig. 10.

Die Aufsattlung, Fig. 9., mit-telst der auf vier Querschwellenliegenden Steinschichten wieder-holt sich viermal in Distanzenvon 2,4 m. auf 3 m., was eben so zweckmässig ist durch die Vertheilungder Last auf vier Punkte, wie durch den Abschluss der 10 m. langen,hohlen und dünnen Röhre in kurze Distanzen, welche für sich alleingenügende Stabilität besitzen und an den genannten Punkten sehrfeste Ringe oder Knoten gebildet werden.

Der Hut, Fig. 11., besteht aus einem Giebeldach über der lich-ten Oeffnung des Schlotes und aus einem Mantel von gestellten 2 cm.dicken Dachziegeln. Vermöge seiner guten Construction hat er sichnun bald 200 Jahre unverändert erhalten. Mehrere horizontale Ringevon gelegten Schichten aus zum Theil doppelten Dachziegellagen unter-brechen die auf die hohe Kante gestellten Steine periodisch in ver-schiedenen Höhen: zuerst am unteren und oberen Abschluss des Halses,

Fig. 11. Maasstab: 1:25.

Auf dem Fussgesimse des Hutes tragen consolartig vorstehendeBacksteine, welche zwischen vier starke Eckpfeiler auf ihre schmaleLangseite gestellt sind, die auf die schmale Breitseite gestellten Stützendes Giebeldaches, sowie die äusseren Mantelflächen nach dem Prinzipdes Gleichgewichts und sind gegen jede Seitenbewegung durch zwi-schengestellte Ziegelsteine verspannt. Letztere sind bei dem äusserenMantel durch keilartiges Zurichten gegen das Herabgleiten gesichert.

Die doppelt in Mörtel aufeinander gelegten Ziegel des Giebel-daches stützen sich oben auf eine Eisenstange von 30 mm. und 7,5 mm.Stärke, welche auf zwei gestellten Steinen an den Giebeln ruht undderen Spitzen mit einander verankert. Zwei Hohlziegel decken dasEisen und die Dachfirste.

Die Belastung der erwähnten Consolsteine durch das innere fürden Rauchdurchlass durchbrochene Giebelhäuschen vermehrt die Stabi-lität des ganzen Hutes durch ihren nur in senkrechter Richtung wir-kenden Druck.

Das Regenwasser fliesst durch die zehn unteren Oeffnungendes Mantels und der Rauch zieht bei jedem widrigen Winde unge-hindert ab.

Treppen.

Die Stufen der vorderen Haustreppe und die Potestplatte sindvon Sandstein. Erstere haben 30 cm. Auftritt, 16,5 cm. Steigung und1,2m. Länge. Letztere ist 2,28 m. lang, 1,26 m. breit, 16,5 cm. dickund mit zwei eisernen Ringen zum Anbinden der Zugthiere versehen.Der überwölbte Raum unter der Treppe diente für den Haushund.

Die Eckstäbe des eisernen Geländers sind 18 auf 18 mm. stark,schraubenförmig geschmiedet, Tafel 2. Fig. III. und VI., und greifennach Fig. VIII. nicht so nahe an die Ecken der Sandsteine, dassdiese, wie man so häufig sieht, durch die Oxidation des Eisens zer-springen.

Die Zwischenstäbe sind 16,5 auf 16,5 mm. stark und mit denQuerstäben oben und unten vernietet. Der obere als Handgriff ist42 mm. breit, in der Mitte 9 mm., an den Seiten für den Wasserablaufnur 6 mm. dick, der untere ist 12 auf 30 mm. stark. An dem Mittel-stab des Potestes ist ein eisernes Mühlrad in stylisirter Form ange-bracht, Fig. III. und V., an den übrigen Stäben zum Theil abwechselnddie verschlungenen Züge Fig. VII. von 6 auf 16,5 mm. Stärke. Diese2