Giebeln 1,35m. Die steigenden 99cm. von Mitte zu Mitte entferntenSparren sind durch 2 Hauptpfetten gestützt. Die untere Pfette ruhtauf liegenden Stuhlpfosten, die oberen auf stehenden Bundpfosten. DieBinder sind 3,9m. von Mitte zu Mitte entfernt. Sodann sind die Spar-ren im unteren Drittheil ihrer Länge von einer Zwischenpfette undAndreaskreuzen gestützt, welche in bündigen Ueberschneidungen durch-gehen und in Dachschwellen und Pfetten eingreifend, nebst den Bügender oberen Stuhlpfosten( Fig. 5.) äusserst wirksam gegen den Längen-schub sind. Die Dachhölzer sind wie die Balken auf ihre hohe Kantegestellt, nur die Sparren liegen zum bessern Stoss der Latten auf ihrerBreitseite. Bei allen Verbindungen der Hölzer sind 30cm. lange, 3,75cm.starke viereckig keilförmige Nägel aus ganz trockenem hartem Holzeeingetrieben. Eiserne Nägel kommen nur bei Befestigung der Lattenvor. Die unteren liegenden Stühle gestatten nach Abzug der Schorn-stein- und Treppen- Oeffnungen einen ganz freien Kornboden von244 m. Flächenraum. Der zweite Kornboden bietet 145 m.Fläche dar.
Die oberen stehenden Bundpfosten bilden mit den sie kreuzendenStreben und Bügen kurze unverschiebliche Dreiecke. Ihre zweck-mässige Verbindung mit der Pfette und dem Kehlbalken geht ausFig. 7 hervor.
1) Liegender Bund.
Fig. 7.
Stärke der Hölzer.
Liegender Stuhlpfosten unten 21 auf 18cm., oben 42 auf 18cm.,Spannriegel 17,0 auf 23,5cm., Jagbug 15 auf 18cm., Hauptpfette 18,6auf 24 cm., Zwischenpfette 14 auf 16,5 cm., Andreaskreuze 10,5 auf 12cm.,Sparren unten 15 auf 21,6cm., oben 13 auf 15cm., Kehlbalken 20 auf24cm. einerseits vor dem Spannriegel 3cm. vorstehend.
2) Stehender Bund.
Bundpfosten 20 auf 24,5 cm., Strebe 9 auf 10,5 cm., Büge 11 auf12,7 cm., Pfette 19 auf 24 cm., Kehlbalken 16 auf 19 cm.
Die Art und Weise, wie die äussersten Sparren am Vorsprungdes Giebeldaches mit der vorschiessenden Hauptpfette und Rahmhölzer
der Seitenwände mittelst kurzer Balkenstiche und Pföstchen in kleinenDreiecken verbunden sind( Tafel 1. Fig. I.), ist sehr zweckmässig undin den verschiedenen Kantonen mannigfaltig stylisirt. Diese Construc-tion scheint sehr alt, da in dem alten Dachstuhl der Kirche St. Martinin Landshut die sämmtlichen Lehrsparren in gleicher Weise auf diePfette aufgesattelt sind. Dort bildet ein ganz kurzer Balkenstich nebstPföstchen mit den Sparren in Schwalbenschwanzformen überbundenein kleines Dreieck, in welchem die Pfette ein gesichertes Auflagerfindet. An diesen Giebelfaçaden beruhen die grösseren Dreiecke aufgleichen Prinzipien und bilden eine Hauptzierde derselben. Die Knöpfeund Profilirungen an den Enden der Hölzer sind stets aus dem ganzenHolze herausgeschnitten und bilden häufig wie hier 2 in einander ge-steckte Tetraeder. Die vorstehenden Pfetten sind durch krumm ge-wachsene Büge unterstützt, welche den inneren Längenverband nachAussen fortsetzen. Die vorspringenden Giebel- Untersichten sind aufden Latten mit bemalten Brettern verkleidet und die vorstehendenHirnseiten der Latten mit profilirten Ortbrettern geschützt. DieProfilirung derselben unterscheidet sich vortheilhaft in ihren Formenvon den in neuerer Zeit oft so willkürlich gegen die Holzfaser ge-richteten Einschnitten.
Eindeckung.
In Fig. 8. ist auf der linken Seite die Eindeckung des Mühlen-daches im Maasstab von 1: 15 und rechts im gleichen Maasstabe dieim Südwesten Deutschlands übliche Ziegelbedachung zur Vergleichungdargestellt. Links ist die einfache Reihendeckung mit unterlegten Holz-schindeln, welche an andern Orten als feuergefährlich nicht zugelassenwerden; rechts die doppelte Deckung mit Ueberbindung der Fugenohne Holzschindeln ersichtlich. Links leiten die auf der Oberflächeder Ziegel( in deren Formen) eingedrückten kleinen Kanäle das Was-ser von den Kanten nach der Mitte, rechts umgekehrt von der Mittenach den Kanten, um es in beiden Fällen auf die Mitte der folgendenSteine und von den Fugen abzuweisen. Links liegen die Latten 30cm.von Mitte zu Mitte auf 81 cm. frei*); rechts 12,6 cm. auf eine Weitevon 71,4 cm. Diesen Spannweiten entsprechen die ganz verschiedenenDimensionen der Dachziegel und Latten und die unverkennbare Pro-portionalität in den Stärken und Spannweiten der tragenden Bauhölzer,welche wir hier zusammenstellen:
Spannweite der Pfetten a von Bund
zu Bund
Stärke derselben
Spannweite der Sparren von Pfette
zu Pfette.
Stärke derselben im MittelSpannweite der Latten zwischen denSparren
Stärke derselbenDimensionen der Ziegel: Länge
Fig. links.Schweizer Dach.
Fig. rechts.Deutsches Dach.
3,96m.18,6 auf 24cm.
2,7 m.15 auf 18 cm.
3,45m.14 auf 18cm.
3m.
12,6auf 12,6cm
81 cm.
71,4 cm.
3 auf 6 cm.
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42,0 cm.16,5 cm.2,0cm.
2,25auf 3,75cm32,5 cm.
16,2 cm.13 cm.
BreiteDicke.Dimensionen der Holzschindeln: 36cm. lang, 5-7cm. breit u. 2-3mm. dick.
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*) Bei Neubauten im Kantone Zürich wird bei einfacher Reihendeckung mitSchindelunterlage 21 cm. weit und bei doppelter fugenüberbindender Deckung15 cm. weit von Mitte zu Mitte gelattet, wobei Ziegel und Holzdimensionennoch dieselben sind, wie die auf der linken Seite Fig. 8.
Fig. 8. Maasstab 1: 15-