hung der Ausmauerung mit Backsteinen geschieht. Bemerkenswerthist die Verstärkung der Wandhölzer bei den Eckpfosten( Tafel 1, Fig. I.)27 cm. auf 33 cm., bei den Wandpfosten an den Knotenpunkten derScheidewände 18 cm. auf 21 cm. und 27 cm., bei der Mauerschwelle21 cm. auf 33 cm. und bei allen Schwellen und Rahmhölzern 18 cm. auf21cm. stark. Da die übrigen Wandhölzer im unteren Stocke nur 18cm.dick und 19,5 cm. breit, im oberen Stocke nur 15 cm. dick und 16,5 cm.bis 18 cm. breit sind, so treten jene Verstärkungen der Hauptconstruc-tionstheile alle nach Innen vor.
Die Schwellen der Scheidewände laufen bei den Thüröffnungenin voller Stärke durch und tragen damit zur Verspannung der Wändeund Gebälke bei.
Fig. 6. Maasstab 1:30.
Fig. 6 zeigt einen Theil der vorderen Giebelwand in Ansicht undden Durchschnitt der Längenwand. Die 16,5 cm. breiten Büge über-schneiden sich bündig und sind an den Enden wie alles Riegelholzeingezapft. Ein kreisrundes Wandholz in der Mitte besteht aber nuraus 4 aufgenagelten 4,5 cm. dicken und in die Büge eingelassenen Brett-stücken. Man hat diese Täuschung hier und da bei Neubauten weiterausgedehnt, indem man ganz roh gearbeitetes mageres Riegelwerk nachder Ausmauerung über Holz und Stein weg unter Nachahmung reichererFachwerke, aussen mit abgehobelten und mit Oel angestrichenen fettenBrettern benagelte und die Zwischenfache verputzte.
Bei den Scheidewänden des Hauses ist die schiefe Stellung derinneren Wandpfosten häufig vermieden, dann aber die verschiebbareviereckte Form durch kurze bündig überschnittene und mit Schwalben-schwänzen an den Eckpfosten verbundene Büge( Fig. 6.), durch Drei-ecksform unverschieblich gemacht.
Höhe der Stockwerke.
Der Balkenkeller hat im Lichten 3 m., das Erdgeschoss 2,235m.das obere Geschoss zwischen den Dielen 2,4 m., der erste Dachboden2,58 m. Höhe. Die untere Brüstungshöhe beträgt 0,48 m., die obere0,885 m. Bei den Giebeln stehen die Wandflächen senkrecht auf ein-ander, das Balkenprofil unten musste wegen der freien Bewegung derFensterladen( Tafel 2. Figur II.) einwärts der Wandflucht springen,die Brüstungsprofile und das obere Balkenprofil springen dagegen 6cm.und 3 cm. vor. Die beiden 30 cm. hohen eichenen Brustriegel der un-teren 8 Giebelfenster zapfen sich in den noch in die Brustmauer tiefereingreifenden Scheidewandpfosten. Die eichenen Fensterpfosten sind10,8 cm. dick, im Wohnzimmer 15 cm. im Kabinet daneben 12 cm. breit.Der Brustriegel der oberen 7 Fenster darüber ist von Eichenholz, die10,5 cm. dicken, 15 cm. breiten Fensterpfosten sind von Tannenholz.
Wandbekleidungen.
Das Fensterbrett des Wohnzimmers und Kabinets ist 16,5 cm. breit3 cm. dick und wie die mit liegenden Brettern bekleidete Brüstung unddie durchlaufenden Sitzbänke davor aus Kirschbaumholz.
Die Wände dieser Zimmer sind mit stehenden tannenen 1,8 cm.dicken Brettern und profilirten 6,9 cm. breiten Leisten auf den Fugenzwischen den Fuss- und Gesimsleisten verkleidet. Die Fensterbretterder 3 oberen Giebelzimmer sind 9cm. breit 3cm. dick von Kirschbaum-
holz, die Bekleidungen des Schlaf- und Vorzimmers sind wie die un-teren, diejenigen des Besuchzimmers sind in neueren Zeiten mit inRahmen gestemmten Füllungen ausgeführt worden.
Die eichenen Pfosten zur Seite des unteren Hausganges sind oben39 cm. unten 29,1 cm. quadratisch, 4,65 m. hoch mit abgefasten Kantenund Profilirungen versehen, welche in die Holzstärke eingearbeitet undnicht aufgeleimt sind( Fig. 3.). Die eichenen Knaggen daran sind 12 cm.auf 16,5 cm. stark, tragen kurze, ausdrucksvoll profilirte Unterzüge vonEichenholz in 18 cm. auf 21 cm. Stärke, darüber den tannenen Durchzugvon 22,5 cm. auf 25,5 cm. Stärke. Die Zierbretter der Brustwehr sind2,1 bis 2,4 cm. dick, 13,5 cm. breit und greifen in die ausgenuthetenFuss- und Brustriegel von 18 cm. auf 18 cm. und 12cm. auf 15cm. Stärke.
Böden und Decken.
Der Kellerboden ist rauh gepflastert. Der vordere Theil desBodens im unteren Mühlraum mit Brettern auf tannenen Rippen ge-dielt, der hintere Theil mit geschliffenen 1,35 m. breiten, 1,8m. langenSandsteinplatten belegt. Der Boden des Mahlgerüstes besteht aus8,1 cm. dicken stumpf gestossenen, sich 1,5 m. freitragender Bohlen auf2 eichenen profilirten Balken von 36 cm. auf 36 cm. Stärke und 7,8m.Länge, welche durch eichene 22,5 cm. auf 24 cm. starke Querbalkenverspannt werden( Fig. 3. A B).
Das tannene Gebälke über dem vorderen Mühlenraum, zur Seitedes tiefer liegenden Hausganges, ist mit 3,6cm. dicken überfalztenBohlen belegt. Die Balken sind hierbei 18cm. auf 21cm. stark. Dasdurch Scheidewände Heerd und Ofenanlagen stark belastete Keller-gebälke ruht auf 3 eichenen 33 cm. auf 36 cm. starken Unterzügen,welche an der Mauer auf 24cm. starken Schwellen und diese auf ein-gemauerten eichenen Consolen liegen. Die eichenen Balken sind 30cm.auf 30cm. stark, liegen 87cm. von Mitte zu Mitte und sind unter demWohnzimmer und Kabinet mit einem Schrägboden versehen, das heisst,die Balkenfelder sind mit kurzen in die Nuthen der Balken auf derhalben Höhe derselben eingetriebenen Brettern ausgefüllt. Sodannsind die Böden dieser Zimmer einfach gedielt, der Hausgang und dieKammern des Erdgeschosses mit eingenutheten 3,6cm. dicken Bohlenbelegt, die Küche aber auf den Dielen mit Backsteinen geplättet, sodass die Balken beim Schrägboden auf 12cm. Höhe, im Uebrigen aufihre ganze Höhe dem Luftzuge ausgesetzt sind. Bei den Gebälkender beiden Stockwerke liegen die 21cm. auf 24cm. starken Balken99cm. von Mitte zu Mitte und sind mit überfalzten 3,9cm. dicken 36cm.bis 60cm. breiten und 6,6m. langen Bohlen belegt.
Am Fusse des Daches springen die Balken um 9cm. vor dieäussere Wandflucht, um die Aufschieblinge zu stützen und dem Sparren-zapfen einen gesicherten Halt zu geben. Antritte und Austritte derTreppen ruhen auf kurzen Wechseln zwischen je 2 ganzen Balken.Nur bei dem Rauchfange in der Küche findet eine grössere Auswechs-lung von 2,7m. auf 3,3m. statt, wobei das Gebälke mit eisernen Bän-dern an starken auf den Wänden ruhenden Unterzügen befestigt ist,um die Last des Schornsteinbusens und Kamins zu tragen.
Bei dem ersten Kehlgebälke tragen sich die 20cm. auf 24cm.starken und 99cm. von Mitte zu Mitte liegenden Balken auf die be-trächtliche Spannweite von 8,25m. bei den Lehrgespärren frei, dennnur die Bundbalken erhalten durch die Spannriegel eine Verstärkungvon 22,5cm. Dieses Gebälke ist mit überfalzten 3,9cm. dicken Dielenbelegt. Das zweite Kehlgebälke hat 16cm. auf 19cm. starke Balkenund keine Bretterlage.
Decken.
An der Decke des Wohnzimmers ist das Gebälke unterhalb mittafelweise, in profilirte 10,5cm. breite 6cm. hohe Rippen oder Leisteneingenutheten Brettern bekleidet und bilden 16 Felder von 0,840m.Breite und 1,38m. Länge. Auf ähnliche Weise ist die Decke desKabinets daneben und die des oberen Schlafzimmers construirt, so dassdie Deckengebälke dieser Zimmer oberhalb und unterhalb ohne Aus-füllung der Zwischenfelder verschaalt sind. Dasselbe gilt von der Deckedes oberen Vorzimmers, welche aus einfacher Bretterbekleidung desGebälkes, und derjenigen des Besuchzimmers, die aus 18cm. breitenRahmen und kleinen eingestemmten Füllungen wie die Wände desselben,bestehen.
In allen übrigen Räumen des Hauses bleiben die Balken vonunten sichtbar.
Dachconstruction.
Die Dachconstruction besteht aus Tannenholz. Der Dachwinkelist etwas spitzer als 90 Grad. Der Vorsprung des Daches an denLangseiten vermittelst der Aufschieblinge beträgt 0,9m., der an den1*