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Hochgebirgsvolk in Savoyen und Graubünden : ein Beitrag zur romanischen Volkskunde
Entstehung
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Die Ergebnisse meiner Beobachtungen habe ich in den nächst-folgenden Seiten zusammenzustellen versucht, wobei ich stets bemühtwar, dem vergleichenden Gesichtspunkt durch Heranziehen vonParallelen aus anderen Alpenländern Rechnung zu tragen. Aller-dings konnte dies nur in bescheidenem Maße geschehen, da ja inerster Linie eine monographische Schilderung von Bessans selbstgegeben werden sollte.

Besonders eingehend wurde das Kapitel über Hausbau behandelt,und zwar deswegen, weil die Hausform von Bessans, die wohn-grubenartig angelegte Stallwohnung, bisher noch wenigBerücksichtigung in der Fachliteratur erfahren hat.

Hingegen wurden einige Erscheinungen des Volkstums kaumberührt. So hat der einheimische Dialekt( patois) keine nähere Be-arbeitung erfahren. Doch wurden nach Möglichkeit die Ausdrückedes» patois«< für die wichtigsten Erscheinungen der materiellen undgeistigen Kultur angeführt. Das Kapitel über das Volkslied mußteentfallen, da mein Versuch, Volkslieder zu sammeln und phono-graphisch aufzunehmen, durch den Krieg jäh unterbrochen wurde. ¹)Auch die von mir in Bessans gesammelten Sagen wurden nichtberücksichtigt, da sie nichts für die Gegend Charakteristisches ent-halten.

Ebenfalls durch den Krieg wurde ich verhindert, meine Studien,wie es ursprünglich geplant war, auch auf die übrigen Gemeindender Hohen Maurienne auszudehnen, um so das ganze Gebiet mono-graphisch behandeln zu können. Ich mußte mich auf die GemeindeBessans, wo ich hauptsächlich gearbeitet hatte, beschränken und dasübrige Gebiet der Hohen Maurienne konnte nur hie und da zumVergleich herangezogen werden.

Bevor ich mit meinen Ausführungen beginne, möchte ich vor allemmeinem hochgeschätzten Lehrer Herrn Hofrat Prof. Dr. M. Haberlandtin Wien meinen herzlichsten Dank für sein stetes Wohlwollen undfür die Förderung, die er meinen wissenschaftlichen Bestrebungenvon jeher angedeihen ließ, aussprechen. An dieser Stelle danke ichauch Herrn Prof. Paul Girardin in Fribourg für seine große Freund-lichkeit und das rege Interesse, das er dieser Arbeit entgegengebrachthat, ferner den Herren Prof. Rudolf Zeller, in Bern, Prof. Van Gennepin Paris und Doz. Dr. A. Haberlandt in Wien. Mit Wärme gedenkeich hier meiner lieben Bessaner Freunde und danke sowohl ihnenals auch Herrn Pierre Cimaz, der mich im Sommer in seinem gemüt-lichen Hotel und im Winter in seiner stimmungsvollen Stallwohnungso gastfreundlich aufgenommen hat.

1) Es besteht bereits eine Sammlung alter Bessaner Weihnachtslieder von ChanoineTruchet: Les Cantiques Bessanaises. St. Jean de Maurienne 1874.