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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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Schnüren besteht, die mittels eines Griffstockes auf einen wirren Woll-ballen niedergeschnellt werden, wodurch die Wolle über die Schnüre zuordentlich gelagerten flockigen Büscheln geschleudert wird. Dasselbe Ver-fahren ist in Elbasan üblich und muß somit als durchaus landläufig an-gesehen werden. Ob es einer im Westen bereits überwundenen Arbeits-weise entspricht, wie dies mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit von demGebrauch der Garnräder gilt, muß ich als eine Frage hier offen lassen.Die Garnräder werden vom Seiler im Rückwärtsschreiten mittels einesbeim Garnrad und an der Rückwand des Ladens je über eine Rollegeleiteten, in sich geschlossenen Bandseiles in Bewegung gesetzt, das ersich, vorn am Rad stehend, am Gürtel festhakt. Durch den Zug wird die

Abb. 59. Töpferladen, Djakova.

Bewegung von der vorderen Rolle wieder mittels Bandes auf das Garnradund von diesem auf die oberhalb befindlichen Spulen übersetzt. DieselbeMaschine sah ich in Elbasan und Tirana hier in häuslichem Betrieb- inVerwendung. Neben der Erzeugung von Seilen wird bisweilen auch das Webengrober schafwollener Decken in diesen Werkstätten betrieben. Dabei wird einaufrechter Griffwebstuhl gebraucht, der im Grunde genommennur aus einem viereckigen Balkenrahmen besteht. Die Kette wird übereinen oberen und einen unteren Querbalken gespannt und auf letzterenaufgerollt. Die Fachbildung wird durch drei Hölzer oder Trennstäbe undeinen aus Schnurschleifen an einem Holzstab gebildeten» Kamm<< bewirkt,welch letzterer mittels eines» Einschlagkammes« zum Fachbilden gehobenoder gesenkt wird. Das eine Fach entsteht, indem der» Einschlagkamm<<,ein klobiges Holzstück, mit der längeren Schmalkante keilförmig zwischendie gekreuzt verlaufenden Schlingen des Kammes und die Kettenfäden