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Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanien und Serbien : Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k. u. k. Truppen besetzten Gebieten ; Sommer 1916
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Den Kindern bindet man manchmal Schnüre mit Glasperlen und Münzenin die Stirnlocke ein, die Mädchen tragen im allgemeinen ein unter demKinn zusammengebundenes gewöhnliches Tuch, während die Frauen ein

Abb. 48. Aromunenfrau, Vila, Schkumbimündung.

in eigenartigem Bund umStirn und Hinterhaupt ge-schlungenes weißes Tuchtragen.( Abb. 48.)

Bemerkenswert ist indieser Tracht das Vorwiegenbrauner und blauer Trachten-stücke, welch letztere beiden Albanern überhauptnicht vorkommen. Offenbarist hier eine Beziehung zumakedonischem Brauch zusuchen, der übrigens auchan der blauen und rotenStickerei der Hemdsäumedeutlich zu erkennen ist.

Die schnurbenähte Westeder Mädchen und der Kopf-bund der Frauen stimmenim besonderen mit der Trachtder Fražeriotinnen überein,wie sie von Weigand be-schrieben wird; leider habeich es verabsäumt, dieStammeszugehörigkeit der

von mir angetroffenen Gruppen zu erfragen; da aber unter den Wander-hirten in der Mussakia gewöhnlich auch Fražerioten vertreten sind, sobeinhaltet die Annahme der Zugehörigkeit der am Schkumbi angetroffenenAromunen zu diesem Stamme durchaus nichts Unwahrscheinliches. 81)

Alles in allem zeigen sich diese Wanderhirten in vielen Belangennoch mit dem donauländischen Stammesgebiet verknüpft, so in Namenund Form der Molkereigeräte, vielleicht auch der Gewohnheit der erhöhtenAufbewahrung der Möbel, dem Webstuhl in der Webgrube, den weib-lichen Hausgewerben, der Teppichweberei wie den Spinngeräten. Haus-form und Tracht ist vor allem der makedonischen Kultur verwandt, mitletzterem Wohngebiet stimmen auch eine ganze Reihe von anderen Zügenüberein, sei's in alter Gemeinsamkeit, sei's in neuerer Entlehnung, wobeiauch mancherlei sprachliche Anleihen zu beobachten sind.