osten
dem alten Bosnien und Rascien
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Die eingehenden, in geduldigen und sorgfältigen Studien erhobenen DatenNopcsas und Durhams ergeben für einen Großteil der BevölkerungNordalbaniens bis zum Drin Einwanderung aus dem Norden und Nord-die der Hauptsache nachin mehreren Schüben etwa vom 13. bis zum 16. Jahrhundert erfolgt ist.70)Sie hat allerdings in diesen Hochalpengebieten schon eine ältereBevölkerung angetroffen, der man anthropologisch vielleicht einegewisse Sonderstellung einräumen mag, doch können kulturell die Unter-schiede keine allzu großen gewesen sein. An der Vervollkommnung desBesitzstandes hat jedenfalls hauptsächlich Handel und Verkehr mit denMärkten des Binnenlandes bis heute weitergearbeitet.
Im engeren ist hiebei noch eine Abtrennung des eigent-lichen Hochlandes vom östlichen Mittelgebirge zu voll-ziehen, und zwar stimmt die Grenzlinie der Hochlandkultur gegenüberden ostalbanischen Daseinsformen anscheinend vollkommen mit derGrenze der Hochgebirgsformen des Westens und den Mittelgebirgsformendes Valbonagebietes überein. So wie die Bevölkerung hier heute einer-seits Verbindung mit dem Norden( Plav- Gusinje) besitzt und auf Handelund Marktwesen der Metochie gewiesen ist, so hat sich ihre gesamteKultur im engsten Zusammenhang mit dem Binnenlande entwickelt. Zu-gleich fällt diese Grenze zusammen mit der Abgrenzung der dialektischenUntergruppen des Albanischen in Ost und West, wie sie Dr. Lambertsauf unserer Reise festgelegt hat.
In den ebenen Küstenlandschaften sind die Elemente derLandeskultur im ganzen noch weitaus vielgestaltigere und auch neuzeit-licher geartet als hier, wobei besonders der Gegensatz von bäuerlichemund städtischem Leben deutlich ausgesprochen erscheint. Letzteresbeinhaltet andere Wohnweise, andere Tracht, wenn nicht dem Typus, sodoch der Ausführung nach, es ist der Mutterschoß gewerblicher Tätigkeitmit allen Bereicherungen an innerem und äußerem Besitztum des Volkesdurch derlei Betätigung, bietet andere gesellschaftliche Voraussetzungen.Es ist auch nicht im Lande entstanden, sondern geht, wie es heute sichdarstellt, durchwegs auf fremde staatliche Organisation, hierselbst in letzterLinie auf die türkische zurück. Aber noch weit darüber hinaus habenfremde Kräfte das Leben aller dieser Gebiete, wie wir es in einemnoch einigermaßen unberührten Altertum vor der Kolonisation durchGriechen und Römer anzunehmen haben, durchgreifend umgestaltet. Dasind die bedeutungsvollen Neuerungen im Landbau, die bald früher, baldspäter, sei's vom Westen( Ölgewinnung, Flachsbau), sei's vom Osten,wie die Bewässerungsanlagen des Hochlandes, Seidenzucht, Tabakbau undanderes, vermittelt wurden und die in der wichtigsten, wohl gleichfalls>> westlichen<< Errungenschaft des Maises gipfeln, der heute alle alteNahrungsfrucht verdrängt hat, unter der nach dem von Nopcsa bei-gebrachten Ausdruck» sekn« bezeichnenderweise wie am Südrande desMittelmeerbeckens auch der Roggen eine Rolle gespielt haben dürfte.71)