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Pantoffeln. Die Jacke wird in Mittelalbanien bisweilen aus schwarzemTuch gefertigt, der Kopfschleier ist meist weiß. Als Übermanteltragen die Mohammedanerinnen Glossar ::: zum Glossareintrag Mohammedanerinnen der Städte violette, auch braune Mäntelmit Schößen, die sie bisweilen über den Kopf hochziehen. In denküstennahen Gegenden wie in Basar Schjak tragen die Frauen eine ArtMieder- oder Spenserrock aus schwarzem Tuch, dessen Leibchenoder Jacke mit dem Rocke in fester Verbindung steht. Wie in Monte-negro ist dies als eine durchaus neuzeitliche Trachtenform westländischerHerkunft aufzufassen, der man ebensogut auch in Italien oder in unserensüdlichen Alpenländern begegnen kann.( Abb. 32, 33.)
Die Tracht der griechisch- orthodoxen Frauen inSüdalbanien wie auch in Altserbien macht vielfach einen anders-artigen Eindruck, wofür vor allem die Wahl dunklerer Stoffe maẞ-gebend ist, weicht aber in ihrer Zusammensetzung der Hauptsachenach nur durch das Vorwiegen der kurzen Jacken ab. Die moham-medanischen Glossar ::: zum Glossareintrag medanischen Trachten Albaniens erscheinen namentlich durch dasVorwiegen rot- weiß karrierter oder auch rot- weiß- blau gestreifterKattunstoffe charakterisiert, bei den Griechinnen ist am bemerkens-wertesten eine hornartige Kopf- und Haartracht, von der noch zu sprechensein wird.
Den glänzendsten und farbenprächtigsten Eindruck unter allenFormen der städtischen Trachten macht zweifelsohne die Kleidung derKatholikinnen in Skodra.( Abb. 39, 40.) Wie die Mohammedanerinnen Glossar ::: zum Glossareintrag Mohammedanerinnentragen sie weite türkische Hosen aus Seide, meist in leuchtendervioletter Farbe gehalten, den Oberkörper bedeckt zunächst das Hemd,am Halskragen und Brustsaum mit einem breiten Besatz von weißen,bisweilen seidenen Reticellaspitzen verziert, darüber kommt ein Jäck-chen aus gemusterter Seide mit schwarzer Schnurbenähung, ganz wiees auch die Männer tragen. Das Oberkleid ist ein langer ärmelloser,mit Schößen versehener, vorne offener Rock mit reicher Schnurverzierung,auf der Straße wird auch ein scharlachroter ärmelloser Mantel mitmatrosenkragenartigem Umschlag getragen, welch letzterer mit reichsterflächenhafter bunter Seidenstickerei verziert ist. Dem Schnitte nach ähneltdieser Mantel, wie schon erwähnt, durchaus dem Kapuzenmantel ausderbem Lodenstoff, den die Frauen in Antivari tragen, wie auch derbosnischen>> Maikäfertracht«. Auch waren solche Scharlachmäntel seiner-zeit bei den montenegrinischen Stammesoberhäuptern und in Dalmatienüblich und Rovinsky urteilt gewiß richtig über sie, wenn er sie mitder venezianischen Mode in Zusammenhang bringt. Das Haar wird aufdem Scheitel zu einem kleinen Schopf vereinigt, der unter einem zumHörnerkäppchen zusammengefaßten Bande aus weißer Seide miteinem Besatz von Korallenperlen und Flitter verborgen wird. Hier liegtalso eine Art Übergangsform zwischen Haarbandtracht, beziehungs-weise Umwickelung des Haares und Aufsetzen einerHörnerkappe wie beim Landvolk vor.
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