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Meist sind diese Betten ziemlich kurz und breit; die Beobachtung, daßsich immer nur eines in einem Raum befände, kann ich nicht bestätigen.In Schala sah ich auch Holzrahmen mit Rutengeflechtfüllung alsUnterlage in Gebrauch, in der Drinebene findet man wohlgefügte Bettenaus glatt behauenen Brettern mit sinngemäß geformten Fußhölzern wohlin Anlehnung an westliche Bettformen.( Taf. III, 17.) Im Hochlande desNordens fand ich fest in die Ecke des Wohnraumes eingebaute Betten, derenfreie Ecke von einem vom Boden zum Deckengebälke durchreichendenPfosten gehalten wird, ganz wie noch in gewissen Gegenden Nordtirols.
Überhaupt gemahnen die Kulen und Stockhäuser der Hochländergauenicht nur in manchen baulichen Einzelheiten, sondern auch in der Innen-ausstattung an die Wohnsitten unseres Mittelalters und damit an die
Abb. 20. Empfangszimmer des Bürgermeisters von Kruja.
unserer heutigen bäuerlichen Bevölkerung. Da findet man schwere, teil-weise offene Balkendecken; Wandnischen, groß und klein, ersetzen zu-sammen mit einzelnen eingelassenen Wandkästchen und Stellbretternzahlreiche freistehende Möbel neuerer Zeitläufte, nur Schemel, Bank, Bettund Truhen sind hier wie dort als älteste Typen gleichmäßig vertreten.Die im Hochlande gebräuchlichen Wiegen sind ziemlich derber Form,aus Brettern gefügt, mit verziertem Kopfbügel versehen und meist mitKerbschnitt verziert. Bezeichnenderweise ist ihr Typus durchaus verwandtmit dem der Wiegen in der Herzegowina, so daß sie als älterer Besitzder westlichen Halbinsel aufgefaßt werden können.
Zum Aufhängen verschiedener kleinerer Gerätschaften dienen Wand-pflöcke und gewachsene Holzhaken. Wandvertäfelungen,welche vereinzelt vorkommen, sind dem Bereiche höherer Wohnkulturentlehnt, von der noch zu sprechen sein wird.