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Sehr bedeutend sind die bestehenden Grundlagen der Ölkultur,die allerdings bei der mangelnden Auffrischung der alten Pflanzungenimmer weniger ertragreich wird. Ihren größten Umfang haben die Öl-pflanzungen in der Gegend von Alessio und Kalmeti, ferner bei Kruja, das ineinen ungeheuren Ölhain förmlich eingebettet ist, ebenso bedeckt bei Elbassanein Ölwald die ganze Hügelkette nordöstlich der Stadt. Es sind durch-wegs mehrhundertjährige Bestände. Die Methoden der Ölgewinnung sindim ganzen Lande die gleichen. Die Oliven werden zunächst aus hölzernenMaßen auf die Ölquetschen geschüttet; zu ihrer Verteilung auf demnach innen etwas vertieften Steinsockel dienen hölzerne Schaufeln. Durchden umlaufenden Rollstein werden sie nunmehr zerquetscht. Die Form
Abb. 12. Ölpresse, Skutari.
dieser Ölmühlen geht auf die alten römischen Mühlen zurück, die heuteim ganzen westlichen und östlichen Mittelmeer bis nach Zypern verbreitetsind, und auch nördlich, wohl unter dem Einfluße der römischen Land-wirtschaft, bis in die Bretagne und nach Oberösterreich Verbreitunggefunden haben, wo sie als Mostquetschen dienen( Abb. 11). Dannkommen die gequetschten Früchte in kuchenartige geformte Körbe mitbreiter Mundöffnung und werden unter gewaltigen Spindelpressenihres Ölgehalts entledigt( Abb. 12). Auch diese Spindelpressen sind imMittelmeergebiet in weitestem Umkreis bezeugt; in Tunesien und Marokkodienen sie gleichfalls als Ölpressen, in Rumänien tauchen sie als Wein-pressen auf. Dem Alter nach mögen sie bestenfalls in spätrömischer Zeitentstanden sein, denn die typisch römische Öl- und Weinpresse ist dieauch in unseren Alpenländern bis Niederösterreich verbreitete» Torggel-presse<< 38).