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derselben auf breiterer Basis und in größerer geschicht-licher Tiefe zu versuchen, als dies etwa durch die wohl anthro-geographisch scharf durchdachten, geschichtlich aber nicht ebenso ein-gehend überlegten Aufstellungen von Cvijić geschehen ist, die alsSchema für die Kulturverhältnisse der Halbinsel auf wissenschaftlichemGebiet heute fast ausschließlich in Geltung stehen, die bunte Verstrickungdieser Verhältnisse aber mehr überkleiden als entwirren.
Mit Absicht wurde daher von der bisherigen, allerdings wenigermühevollen und zugleich dankbaren Gepflogenheit der Reiseautoren ab-gegangen, nur den persönlich erlebten und geschauten Abschnitt aus derFülle der Wirklichkeit zur Darstellung zu bringen, vielmehr wurde in derDarstellung überall der vergleichende Gesichtspunkt, wenn auch imHinblick auf die unmittelbar gewonnenen Erfahrungen in den Vordergrundgerückt und hiebei die Grenzen in Zeit und Raum möglichst weit gedehnt,ein Vorgang, der ja in der Volkskunde über kurz oder lang überall wirddurchgreifen müssen, soll sie nicht zu einem mit menschlichen Kräftenunauflösbaren Bau aus Einzelbeobachtungen beschränktester Geltung werden.
Die einzelnen Studien sind in ebenderselben Weise aneinandergereiht,wie sie sich im Verlaufe der Reise ergeben haben, ein Vorgang, der mitden Forderungen systematischen Aufbaues ziemlich gut in Einklang zubringen schien. Diesem entsprechend will die Arbeit als Ganzes verstandenund gewertet sein, möge darum im einzelnen nicht allzuviel als zu leichtbefunden werden.
Viele Beobachtungen und Überlegungen sind in guter Kamerad- undFreundschaft mit meinen Reisebegleitern zustandegekommen, so danktihnen die Arbeit gewiß mancherlei Bereicherung und Vertiefung; imbesonderen hat Dr. K. Praschniker liebenswürdigerweise auch 3 Auf-nahmen zu den umstehenden Bildern beigesteuert.
Die Reise wurde im Auftrage des k. k. Unterrichtsministeriumsunternommen, die Initiative zur Durchführung im Sinne Seiner Exzellenzdes Herrn Ministers Dr. L. Ćwikliński wird den Herren HofratR. v. Karabacek, E. Reich und Regierungsrat M. Haberlandtverdankt, letzten Endes hat das Zustandekommen aber erst das besonderswohlwollende und verständnisvolle Entgegenkommen desk. u. k. Armeeoberkommandos ermöglicht, wie uns denn auchdie liebenswürdigste und gastfreundlichste Aufnahme bei der Armee imFelde auf allen unseren Wegen immerdar begleitet und gefördert hat.Die Drucklegung dieser Arbeit wurde durch die Gewährung einer Subventiondes k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht ermöglicht, wofür derehrerbietigste Dank ausgesprochen wird.
Wien, am 7. Juni 1917.
Dr. A. Haberlandt
Leutnant d. R.