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Das Pfingstfest
Pfingstfest bereits, so dass es im dritten Jahrhundert sichernicht mehr unbekannt gewesen sein kann. Dieser Hergangder Sache ist auch ein Beleg dafür, dass man die Völker,die an bestimmte Festanstalten gewöhnt sind, unmöglichvon alten Feiern abbringen kann, und dass man die neuen,welche man etwa zu bieten hat, nur als neuen Wein indie alten Schläuche einzuführen vermag.
Nachdem nun das Pfingstfest in der Christenheit all-gemein anerkannt worden, erscheint es wie eine Parallel-form des Osterfestes, wie ein kirchliches Echo davon,das erst seinen Abschluss bedeutet. Lehrte die christlicheAnschauung doch, an die jüdische Gepflogenheit sich an-lehnend, dass von Ostern bis Pfingsten eine einzige heiligeZeit liege, wie sie denn auch von den Urchristen alssolche gefeiert ward. Wie Ostern ursprünglich die Tauf-zeit ist, wo im Gedächtnis des von Jesus eingesetztenBundes die neu gewonnenen Gläubigen in die Gemeinschaftaufgenommen werden, und zwar durch die Symbole desWassers oder des Anhauchs, so ist Pfingsten nun dasFest der neuen, durch die feurige Erscheinung des Geistesgewiesenen Taufe, der Feuertaufe, wo durch das Zungen-reden der begeisterten Jünger das Volk der Kirche ge-wonnen wird. Diese Feuertaufe, welche nach dem Berichteder Apostelgeschichte durch die alte Sitte der Handauf-legung vermittelt wird, ist nun die Firmung, und so istPfingsten zur Firmungszeit geworden, wie Ostern dieTaufzeit war und noch heute die Beichtzeit ist. Wir sehenalso, dass die Firmkinder, die zu Pfingsten so festlich zuden Kathedralen geleitet werden und denen in der Stadtzumal die ganze Festwoche gehört, die eigentlichenPfingstjünger sind, und dass ihre naive Erscheinung zumBilde der Pfingstfeier wesentlich gehört.