Die Todteninsel.
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,, Aus dem Nichts hervorgegangen, leben wir unserkurzes Dasein, das einzige, das uns beschieden ist, umwieder in das alte Nichts zurückzukehren": dies unsereskeptische Ansicht vom Leben und Sterben. Eine Verklä-rung, eine Fortdauer über das Grab hinaus, in dem wirruhen werden, erhoffen wir in dem Andenken unsererLieben, in der Erinnerung der Menschen, in unseren fort-zeugenden Werken das übrige ist Staub und Asche.Wir rufen es wohl der enteilenden Seele nach, wir schreibenes ihr selbst auf den Grabstein in goldenen Lettern:Auf Wiedersehen! Aber unsere Zuversicht steht nicht wiecin Fels: wo? wie? Uns quälen diese dunklen Räthselund müssen es. Und wenn doch die ragenden Obeliskenauf den Gräbern allenthalben der Hoffnung ihre Bahnweisen, so sagt uns die abgebrochene Säule danebenmit ernster Aufrichtigkeit, dass unser Dasein nur ein Bruch-stück, ein Torso, dem keine Vollendung beschieden ist.
Glaube und Phantasie, inspiriert von Schmerz undAngst, haben in aller Welt seit den ersten tastendenVersuchen der Speculation danach gestrebt, diese ernste,kahle Wahrheit mit tröstlichem Grün der Hoffnung zuumspinnen. Der Mensch ist von Haus aus ein unheilbarer