Aus dem Lungau.
Von den alterthümlichen Gaulandschaften Salzburgsmit den schönen, unverständlichen Namen, neben demgesegneten Pongau und dem herrlichen Pinzgau ist derrauhe Lungau immer eine Art Aschenbrödel gewesen.Natur und Geschichte haben sich zusammengethan, umden hochgelegenen, vielfach unwirtlichen Gau, auf welchendie Tauernkette ihren frostigen Hauch herabsendet, alsabgeschlossenen Erdenwinkel in Armut und Bescheidenheitzu erhalten. Die grüne, fröhliche Mur ist gleichsam dereinzige Ariadnefaden, der aus dem Bergverliess des Lungauin die freie, offene und gesegnete Welt führt, wo der Weinwächst und die goldene Brotfrucht wirklich schon imSommer reift. Sonst haben wir hier nur eine Folge vonHochthälern, denen die Berge sozusagen den Athem ver-legen, und die lastende Umwallung des Hochgebirges.Die Luft des Lebens ist dünner und die Sonne scheintferner.
Auf dem Rade rollte ich vor nicht langer Zeit, ausder grünen Steiermark kommend, dem Lungau zu. DieMur aufwärts geht die schöne weiße Straße Hügel auf,Hügel ab, und die Gegenwart des traulich plätscherndenFlusses, der ein so echter steierischer Landsmann ist,