Kriegsbilder.
Wenn die Kriegsfurie wüthet und ihre heroischen odergrausigen Scenen auf das Kriegstheater stellt, haben dieMaler, wonach sie oft so lange und vergeblich suchen
einen packenden Stoff. Stift und Pinsel arbeiten imNachtreffen, die artistischen Specialberichterstatter schlagendie wüthendsten Schlachten am Schreibtisch, die ganzeKunst ist zu Pulver und Blei verurtheilt und erschöpftsich in doch stets nur matten Schattenbildern der ent-setzlichen, betäubenden, blutigen Wirklichkeit. Auch derjapanisch- chinesische Krieg, der gegenwärtig entsetzlichund greuelvoll, nur durch die ungeheuere Entfernung inseinem schrecklichen Eindruck abgeschwächt, in Ostasientobt, hat bereits die Kunst vergewaltigt und befruchtet
natürlich nicht die unsere, sondern die Kunst, die esangeht, die bravouröse, treffsichere, improvisatorischeMalerei der japanischen Sieger.
Der Sieg das ist der große stürmische Befruchterder Musen. Er küsst die Poesie wach und Päaneschallen jubelnd zum Himmel; er stößt in die Po-saune, und die Musik lässt heroische Gesänge er-klingen; er errichtet den Gefallenen Monumente undRuhmessäulen und er zaubert die Schlachtenbilderauf die Staffeleien. Der Besiegte schweigt; er dichtet
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